Mittwoch, 28. Oktober 2020

Schwere Vorwürfe gegen Münchner "Katholische Integrierte Gemeinde" erhoben

Aktualisierung:

Katholische Integrierte GemeindeVerdacht auf geistlichen Missbrauch
Die Katholische Integrierte Gemeinde, 1963 gegründet, wirkte wie eine christliche, intellektuelle Kommune. In den 1970er Jahren soll es erste Vorwürfe gegen die Führung gegeben haben. Diese habe sich totalitär ins Leben eingemischt. Joseph Ratzinger gilt als Mentor, mittlerweile hat er sich distanziert. Ehemalige Mitglieder fordern Aufarbeitung.
Deutschlandfunk, 22.12.2020 >>

Ein Leben in einer kirchlichen Sekte
Die Integrierte Gemeinde galt als Reformprojekt in der katholischen Kirche. Doch viele ehemalige Mitglieder berichten über ein totalitäres System in der lange kirchlich anerkannten Gemeinschaft. Sie fordern Aufarbeitung.
BR24, 20.01.2021 >>

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Über manches "nicht informiert oder gar getäuscht" worden
Benedikt XVI. geht auf Distanz zu "Katholischer Integrierter Gemeinde"
Gegen die Gemeinschaft der "Katholischen Integrierten Gemeinde" wurden schwere Vorwürfe erhoben. Kirchlich anerkannnt hatte sie einst der Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger, später Papst Benedikt XVI. Der distanziert sich jetzt.
Katholisch.de, 26.10.2020 >>

 
Die Katholische Integrierte Gemeinde und Papst Benedikt: Ein Interview
Die Katholisch Integrierte Gemeinde (IG) war jahrelang innerhalb der katholischen Bewegungslandschaft eine Institution. Ihre Mitglieder sahen sich als eine intellektuelle "Elite", doch sieht sich die Gemeinschaft schweren Vorwürfen ausgesetzt. Papst emeritus Benedikt XVI. hat sich nun laut einem Bericht der "Herder Korrespondenz" von der IG distanziert. Im Interview erklärt der Autor, Benjamin Leven, was seine Recherchen ergeben haben – auch zu Vorwürfen "geistlichen Missbrauchs", von denen ein Untersuchungsbericht des Erzbistums München und Freising spricht.
Catholic News Agency , 26.10.2020 >>


Erzbistum: Integrierte Gemeinde hat sich Visitation entzogen
"Mögliche Konsequenzen werden geprüft"
Nach der Distanzierung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. von der Katholischen Integrierten Gemeinde gibt es einen neuen Sachstand. Die Visitatoren des Erzbistums München und Freising haben ihre Untersuchung der KIG abgeschlossen.
Domradio.de, 27.10.2020 >>


Peter Seewald: „Integrierte Gemeinde“ hatte Ratzinger „umgarnt“ und als „Aushängeschild“ benutzt
Der Ratzinger-Kenner hatte bereits in seiner Biographie von Benedikt XVI. die Integrierte Gemeinde kritisch dargestellt.
Kath.net, 27.10. >>


Schwere Vorwürfe gegen Katholische Integrierte Gemeinde
"Charakter von geistlichem Missbrauch"
Ehemalige Mitglieder der Katholischen Integrierten Gemeinde haben schwere Vorwürfe gegen die Gemeinschaft erhoben. Unter anderem geht es um die Kontrolle über Privatleben und Kontaktpersonen und die Trennung von Kindern von ihren Eltern.
Domradio.de, 18.10.2020 >>


Schwere Vorwürfe gegen die Katholisch Integrierte Gemeinde
Eine Aussteigerin erzählt

In einem nicht-öffentlichen Zwischenbericht des Erzbistums München und Freising, der dem BR vorliegt, werden schwere Vorwürfe gegen die Katholisch Integrierte Gemeinde in München erhoben. Der BR konnte mit einem ehemaligen Mitglied sprechen.
BR24, 21.11.2019 >>    Video verfügbar bis 19.05.2021

Verein besaß zuletzt weder Leitungsorgane noch Mitglieder
Kardinal Marx löst Katholische Integrierte Gemeinde auf
Zuletzt hatte sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. von der Katholischen Integrierten Gemeinde im Erzbistum München und Freising distanziert. Jetzt löste Kardinal Reinhard Marx den Verein kirchenrechtlich auf.
Katholisch.de, 20.11.2020 >> 


"Jahrzehntelange Missachtung der bischöflichen Fürsorge- und Aufsichtspflicht"

Integrierte Gemeinde: Ehemalige kritisieren Münchner Bistumsleitung
"Hier geht es um die jahrzehntelange Missachtung der bischöflichen Fürsorge- und Aufsichtspflicht sowie um unterlassene Hilfeleistungen": Ehemalige Mitglieder der "Katholischen Integrierten Gemeinde" schreiben der Münchner Diözesanleitung.
Katholisch.de, 27.11.2020 >>

 

Hintergrund:

Warum die Integrierte Gemeinde neu ins Blickfeld gerückt ist: In der Mitte der Kirche
Die Anfänge der Katholischen Integrierten Gemeinde liegen inzwischen bald 60 Jahre zurück. Einst viel beachtet und diskutiert, war es um diese Gemeinschaft zuletzt eher ruhig geworden. Das hat sich mit der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst geändert. Denn es gibt Verbindungslinien zwischen Benedikt XVI. und der Integrierten Gemeinde.
Herder Korrespondenz 1/2008 S. 38-44 >>


Kanonische Untersuchung und Selbstauflösung der Integrierten Gemeinde

Veranlasst durch schwere Vorwürfe ehemaliger Mitglieder, ernannte der Münchener Kardinal Reinhard Marx am 14. Februar 2019 kanonische Visitatoren, die die Verhältnisse innerhalb der geistlichen Gemeinschaft in der Erzdiözese München und Freising prüfen sollten. Nach dem Zwischenbericht der Prüfer trage der Umgang der Gemeinschaft mit ihren Mitgliedern „über weite Strecken den Charakter von geistlichem Missbrauch“. Es gebe ein System psychischer und finanzieller Abhängigkeit, in dem Widerspruch als Sünde gegen den Heiligen Geist dargestellt werde. Auch psychologischer oder disziplinarischer Missbrauch des Bußsakraments wird der Gruppe dem Bericht zufolge schon seit vielen Jahren vorgeworfen. Beziehungen und Ehen seien gestiftet und getrennt worden, je nachdem, ob dies der Gemeindeversammlung für das Gemeindeleben förderlich erschien. Die Gemeindeversammlung habe darüber entschieden, ob und wann ein Ehepaar Kinder bekommen dürfte oder sollte. Nach Angaben des Münchner Bistumssprechers verweigerte die KIG jede Kooperation mit den Visitatoren.
Im Oktober 2020 war der Schlussbericht der Visitation abgeschlossen und lag dem Erzbistum vor. Daraufhin distanzierte sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. von der Katholischen Integrierten Gemeinde. Er bedaure es zutiefst, dass der Eindruck entstehen konnte, alle Aktivitäten der Gemeinde seien von ihm als Erzbischof von München gebilligt worden. In einer Stellungnahme kündigte die KIG an, ihre Aktivitäten als kirchliche Vereinigung einzustellen und künftig in einer anderen Rechtsform zu agieren. Durch den Austritt sämtlicher Mitglieder, der einer Selbstauflösung gleichkommt, entzog sich die Vereinigung der Überprüfung durch die zuständigen erzbischöflichen Aufsichtsstellen. Ähnliche Erklärungen gaben auch die übrigen Ableger der KIG gegenüber den für sie zuständigen Ortsbischöfen ab.
Wikipedia.org >>

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