Dienstag, 28. Januar 2014

Pfarrer-Initiative: Schüller verärgert über Schönborn-Zitat

Die Aussage von Kardinal Christoph Schönborn, der „Aufruf zum Ungehorsam“ der österreichischen Pfarrer-Initiative stamme bloß von einem sehr kleinen Teil der Priesterschaft, sorgt für Kritik von deren Obmann Helmut Schüller.
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Österreich: „Herr Kardinal, ehrena Chef in Rom is super“
Die Kirche in Österreich befindet sich „in einem ganz großen Veränderungsprozess“. Das sagte Kardinal Christoph Schönborn, Vorsitzender der Bischofskonferenz, im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Bischöfe Österreichs beginnen an diesem Montag ihren Ad limina-Besuch in Rom und werden dem Papst und den Vatikan von der Situation der Kirche berichten. Diese Kirche wandle „sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche“, so der Dominikaner und Erzbischof von Wien. „Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“

Herr Kardinal, das letzte Mal, dass Österreich weltkirchlich in Rom Erwähnung fand war die Predigt am Gründonnerstag 2012, in der Papst Benedikt XVI. bezüglich der Pfarrerinitiative seine Sorge äußerte. Darum selbst ist es ja etwas ruhiger geworden. Was für eine Kirche präsentiert sich zum ad limina Besuch jetzt, zwei Jahre später? Wie geht es der Kirche in Österreich?

„Die Tatsache, dass im Moment keine für die Medien interessanten Aufregungen über die Kirche in Österreich vorhanden sind, ist weder ein Zeichen, dass es der Kirche schlecht geht, noch ein Beweis dafür, dass es ihr gut geht. Die Medienberichterstattung über die Kirche und das reale Leben der Kirche sind ja wirklich zwei zum Teil sehr unterschiedliche Dinge. Ich habe das sehr deutlich bei der ganzen Frage der Pfarrerinitiative erlebt. Die weltweite Wahrnehmung der Kirche Österreichs kannte nur ein Thema. Das ‚Alleinstellungsmerkmal‘ war der ‚Aufruf zum Ungehorsam‘. Wo immer ich Bischöfe aus der Welt getroffen habe, wurde immer bemerkt „Ihr Arme, wie schrecklich!“ Ich habe dann immer erklärt, dass von den Priestern, die wirklich den Aufruf gemacht haben, die wirklich nur ein ganz kleiner Prozentsatz, fast im Promill-Bereich, der Priester ist. Dann war die Überraschung immer groß. Da sieht man den Unterschied zwischen dem, was medial transportiert wird und dem, was die Realität der Kirche ist.
Geht es der Kirche in Österreich gut oder schlecht? Sie ist in einem ganz großen Veränderungsprozess. Sie wandelt sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche. Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“
Interview auf Radio Vatikan >>


Vor der Abreise nach Rom:
„Bischöfe müssen den Papst stärken“
Der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller rät den Bischöfen, selbstbewusst beim Ad-limina-Besuch in Rom aufzutreten.

Am Sonntag reist Innsbrucks Diözesanbischof Manfred Scheuer gemeinsam mit seinen Amtskollegen zum einwöchigen Ad-limina-Besuch nach Rom. Dort werden sie die römischen Kongregationen, die päpstlichen Räte und den Papst selbst über die Lage in ihren Diözesen berichten. Der letzte Besuch 2005 beim damalige Pontifex Benedikt endete für das heimische Episkopat unter Führung von Kardinal Christoph Schönborn mit einer Moralpredigt. „Sie wurden abgekanzelt“, sagt dazu der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller.
Weiterlesen in der Tiroler Tageszeitung >>

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