Mittwoch, 28. Dezember 2011

Große Worte, wo bleiben die Konsequenzen?

Österreichs Bischöfe verweisen in ihren Weihnachtspredigten auf die Botschaft Jesu: Ludwig Schwarz: "Nicht Schweigen angesichts der Not und Ausbeutung von Menschen" – Manfred Scheuer: "Mensch weiß sich von Gott erwünscht" – Klaus Küng: "Gott begibt sich auf die Suche nach dem Menschen" – Ägidius Zsifkovics: "Gott spannt Rettungsschirm" – Christoph Schönborn: "Gott ist keine Illusion"- Egon Kapellari: "Gott ist auch heute erfahrbar" - Alois Kothgasser: „Weihnachten ist Beziehung" und Alois Schwarz: „Gott geht den Menschen bis ins Menschsein entgegen".

Die Worte der Bischöfe unterstreichen die Botschaft Jesu. Nur - wo bleibt das Handeln?

Es braucht eine Kongruenz zwischen Wort und Tat. Im Kirchenalltag wird die rettende Gegenwart Gottes immer schwerer vermittelbar, wenn die Kirchenleitungen den Reform-Dialog mit den Menschen verweigern und unbarmherzig an Lösungen festhalten, welche die Fragen unserer Zeit nicht mehr beantworten können. Um die Glaubwürdigkeit der Botschaft zu erhöhen verlangt „Wir sind Kirche“ Mitbestimmung und dieselben Rechte für Frauen und Männer, die Freistellung der Entscheidung der Priester über ihre Lebensform und eine menschenwürdige Sexualität, die volle Integration von Geschiedenen und wieder Verheirateten, von Lesben und Schwulen in die Gemeinden, die Eucharistiefähigkeit aller Gemeinden und die Achtung der Menschenrechte in der Kirche. Nur dort, wo die Botschaft Jesu verständlich und spürbar erlebt wird, kann sie als Frohbotschaft angenommen werden.

„Wir sind Kirche“ wünscht allen Menschen ein gesegnetes Jahr 2012 und ruft die Gläubigen auf, sich weiterhin für eigenverantwortliches Handeln und die Menschenrechte in der Kirche in der Nachfolge dieses Jesus von Nazareth einzusetzen.

Für den Vorstand der Plattform „Wir sind Kirche“: Hans Peter Hurka & Martha Heizer

Quelle: Plattform Wir-sind-Kirche

Kommentare:

  1. Lesben und Schwule als Pfarrer, ja. Überproportional viele, denn bisher wurden sie benachteiligt. Und jetzt fehlt noch das kirchliche Recht zur Abtreibung. Denn es ist den armen Frauen doch nicht zuzumuten, dass sie nicht selbstbestimmt mit dem Zellhaufen in ihrem Bauch verfahren dürfen, wie sie wollen. So unbarmherzig darf man doch nicht sein! - Wenn die Kirchenleitung das nicht einsieht, muss man sie durch "Wir sind Kirche" ersetzen.

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  2. Die Weihnachtsfeiertage sind am Eisenstädter Dom nun also zu Ende gegangen. Optimisten haben erzählt, dass der Dom beim Hochamt am 25. halb voll gewesen sein. Pessimisten hätten bekanntlicherweise gesagt halb leer. Seiner Exzellenz wird es vermutlich unbegreiflich sein, warum trotz Verlegung des Hochamtes von 9 Uhr auf 9:30 Uhr die meisten Kirchengeher auf die 11-Uhr-Messe oder die umliegenden Kirchen ausgewichen sind.

    Dass er in Eisenstadt nicht sonderlich viele Anhänger hat, dürfte aber selbst ihm nicht entgangen sein. Nicht zuletzt wegen der personellen Kahlschläge im ersten Jahr seiner Amtszeit muss man hier sehr lange suchen, bis man jemanden entdeckt, der positive Worte zum Nachfolger des beliebten Bischof Iby findet. Von Bescheidenheit zu predigen, bevor man sich in den neuen VW Phaeton setzt und davon fährt, wird daran wohl auch nicht viel ändern.

    Ebensowenig werden wohl die Aufführungen des Wiener Dommusikus Thomas Dolezal - der nun nebenberuflich (10 Wochenstunden) auch für die Eisenstädter Dommusik hauptverantwortlich ist - für besseren Besuch in der Kathedrale sorgen. Die Eisenstädter sind halt seit vielen Jahrzehnten verwöhnt durch die Mess-Aufführungen der Dommusik unter Christian Dreo und davor seines Vaters. Das werden sie so bald wohl nicht mehr bekommen.

    Dass die durch zwei eingesparte Kirchenmusiker (Dreo und Horvath) freigewordenen Gelder nun dafür verwendet werden müssen, bezahlte Gastchöre im Dom singen zu lassen, wird wohl auch nicht zu neuen Besucheranstürmen im Dom sorgen.

    Vielleicht kann seine Exzellenz seine Hochämter bald in der Familienkapelle im Dom feiern. Dann wären nämlich alle Plätze belegt - mit den Konzelebranten, den letzten Besuchern und dem Gastchor aus Wien.

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