Mittwoch, 14. Dezember 2011

Newsletter 10 der Laieninitiative

      12. Dezember 2011


Erfolg in Linz: Studientag in großer Einmütigkeit / Bischofs­konferenz blockiert Reformen / St. Pölten: 350 Pfarren schließen? / Sieben Thesen zur Eucharistiefeier in den Gemeinden
Linz: Frauen und Männer – eine „königliche Priesterschaft“
Über 100 Teilnehmer/innen hatten sich zum Studientag in Linz am 5. November angemeldet. Die Frage, wie es beim zunehmenden Priestermangel weitergehen würde, bewegt heute alle, die sich in der Kirche engagieren. Die beiden Referate der Professoren Franz Nikolasch und Peter Trummer zeigten Wege auf, wie die Eucharistiefeier in den Gemeinden sicher­gestellt werden kann, auch wenn kein Priester zur Verfügung steht. Schon heute stehen viele Priester wieder am Altar, die wegen Heirat laiisiert wurden – was im Übrigen ein irre­führender Vorgang ist, weil die Priesterweihe nach gut katholischem Verständnis gar nicht verloren gehen kann. Aber auch Laien, Frauen wie Männer, sind in der Taufe mit der „königlichen Priesterschaft“ Christi ausgestattet worden. Da die Gemeinde Trägerin der Eucharistiefeier ist, müssen die Mitglieder der Gemeinde auch dann für eine Eucharistiefeier sorgen, wenn der zuständige Bischof seiner Verpflichtung nicht nachkommt, einen Leiter oder eine Leiterin für die Eucharistiefeier in der Gemeinde zu beauftragen.
Die Teilnehmer/innen des Studientags stimmten den Überlegungen mit großer Einmütigkeit zu und beauftragten ein kleines Redaktionskomitee, das Ergebnis schriftlich zusammen­zufassen (siehe nächste Seite). Wir werden die Referate von Nikolasch und Trummer, sowie Tagungsergebnis mit ausführlichen Begründungen Anfang nächsten Jahres in einer eigenen Broschüre veröffentlichen.
Bischofskonferenz blockiert Reformen
Am Tag nach dem Studientag versammelten sich die Mitglieder der Pfarrer-Initiative und beschlossen, die Ankündigungen und Forderungen im „Aufruf zum Ungehorsam“ nicht zurückzuziehen. Die in den Tagen darauf zusammengetretene Bischofskonferenz befasste sich, wie es heißt, gründlich mit den Reformforderungen der Pfarrer und der Laien, war aber nicht imstande, sich auf einen Reformprozess zu einigen. Zwar ist von Gesprächen die Rede, doch einem österreichweiten Reformdialog erteilten sie eine klare Absage. Es hat sich wieder einmal herausgestellt, dass die Bischöfe nicht wagen, in Rom für die Interessen ihrer Diözesen einzutreten. Statt einen Schritt in die Zukunft zu tun, hungern sie ihre Pfarren aus.
St. Pölten: Dürfen 350 Pfarren geschlossen werden?
Wohin das führt, demonstriert die Diözese St. Pölten unter dem Opus-Dei-Bischof Klaus Küng. Er will 350 der 424 Pfarren seiner Diözese schließen. Die Sonntagsmesse wird dann nur mehr in Zentralpfarren gefeiert, in den verwaisten „Filialkirchen“ dürfe weiterhin Rosenkranz gebetet werden. Die Bischöfe scheinen völlig vergessen zu haben, dass das Konzil die Eucharistiefeier als Zentrum christlichen Lebensvollzugs festgeschrieben hat. Im Gegenteil: Sie erklären neuerdings, sie seien die wahren Reformer, und es sei konservativ und rückständig, an der Forderung einer Eucharistiefeier in jeder Gemeinde festzuhalten. Um ein elitäres Priesterbild aufrecht zu erhalten, verweigern sie den Gläubigen die Feier des Todes und der Auferstehung des Herrn.
Unter diesen Umständen darf man sich nicht wundern, wenn die Gemeinden zur Selbsthilfe greifen. Immerhin hat eine andere Diözese, nämlich Linz, beschlossen, dass Pfarr-Zusammenlegungen nur stattfinden werden, wenn die Betroffenen zustimmen.

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Kommentare:

  1. Woher stammt die Behauptung, dass in SP 350 Pfarren geschlossen werden?
    Und dass es nur noch (die=eine) "Sonntagsmesse" in "Zentralpfarren" geben soll?

    Die selbsternannten "Reformer" haben es nötig mit solcher Lügenrhetorik zu arbeiten, weil sie sich von der Wahrheit schon lange verabschiedet haben und keine stichhaltigen Argumente auf ihrer Seite haben.

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  2. @Anonym:

    Reichen Ihnen diese Veröffentlichungen denn nicht :

    http://www.dsp.at/bischoefe/kueng/vortrag_detail.php?links=10112011122526

    http://www.pfarre-paudorf.com/Pfarrblatt12.2011.pdf

    http://www.pfarre-paudorf.com/JA-47-2011.pdf

    Lügenrhetorik ??????????????????? Wohl kaum !Und das hieße dann sehr anschaulich formuliert, dass es auch Großpofarreien mit 7000 (!) Gliedern gibt ! Tolle Pastoral, wow ! Das nennen ich unverantwortlich und unemnschlich und unchristlich !

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  3. Ok, dann korrigiere ich mich und bin verwundert, dass die Aussagen dieses Bischofsinterviews mir noch nicht glaubhafteren Medien begegnet sind, als es dieser Blog ist.

    Hinter diesen Wörtern könnten sich in der Tat erschreckende Pläne verbergen.

    Aber Laien-Priesterdarsteller und andere PI-Forderungen sind nicht die Gegenantwort, sondern werden nur noch mehr den Absturz beschleunigen.

    Die Frage ist ja, wer stirbt schneller aus? Der Priesterstand oder die Spezies des Messbesuchers?

    Wie viele Neupriester sind übrigens aus den Pfarren der Unterstützer der Pfarrer-Initiative hervorgegangen?

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  4. Bei aller Wertschätzung vor dem Rosenkranzgebet - aber Eucharistie-Verlust damit kompensieren oder bagetellisieren (eines von beiden muss es wohl sein) zu wollen, ist blanker Wahnsinn!

    Eucharistie ist durch nichts zu ersetzen, und die einzige brauchbare Ersatzhandlung ist eine echt gut gemachte Wort-Gottes-Feier; aber eine Ersatzhandlung, wie gesagt.

    Zulassungsbedingungen zum Priesteramt ändern! Eucharistie für alle! JETZT ODER NIE!

    Wer im Geist des Konzils Kirche lebt und liebt, kann es nicht anders sehen.

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  5. Wer vom "Geist des Konzils" redet, ist fast immer gegen das Wort des Konzils.

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