Dienstag, 2. April 2013

Bischof Zsifkovics ohne Stellvertreter

Ein Bischof ohne Stellvertreter
In der Diözese Eisenstadt ist Bischof Zsifkovics auch nach drei Monaten noch ohne Generalvikar.

Innerhalb von zwei Tagen wurde ein Papst gewählt, in der Diözese Eisenstadt ist es aber nicht möglich , einen Generalvikar nach drei Monaten zu bestellen. Das ist doch ein Armutszeugnis für unseren Bischof“, sagt Eduard Posch, Sprecher der Laieninitiative Burgenland und vehementer Kritiker von Bischof Ägidius Zsifkovics. „Immerhin“, so Posch „handelt es sich beim Generalvikar um den Stellvertreter des Bischofs, der für die Verwaltung der Diözese zuständig ist.“

Die Diözese lässt diese Anschuldigungen nicht auf sich sitzen: Bischof Zsifkovics habe mit Wirksamkeit vom 28. Dezember 2012 drei Mitglieder der Diözesanleitung zu stellvertretenden Generalvikaren ernannt, „die aktiv und äußerst effizient“ die Amtsgeschäfte eines Generalvikars wahrnehmen. Es sei somit faktisch als auch rechtlich unzutreffend, von einer „Nicht-Besetzung“ eines wichtigen Amtes zu sprechen. „Die endgültige Ernennung eines neuen Generalvikars wird – nach Maßgabe sorgfältiger Überlegung und Prüfung – zu einem vom Diözesanbischof bestimmten Zeitpunkt geschehen“, sagt Barbara Horvath-Piroska, die Pressesprecherin der Diözese.

Dem Sprecher der Laieninitiative, Eduard Posch, liegt aber auch die Seelenmesse für den einst umstrittenen Kardinal Hans Hermann Groer „schwer im Magen“. Zsifkovics soll nämlich am 8. April in der Klosterkirche der Zisterzienser im niederösterreichischen Marienfeld diese Messe zelebrieren. „Bischof Zsifkovics setzt wieder einmal klare Zeichen und Signale, in welchen innerkirchlichen Kreisen er sich bewegt und was ihm wichtig ist“, sagt Posch. Dabei spiele der „äußerst umstrittene“ deutsche Kardinal Joachim Meisner, der als Unterstützer und Förderer des Opus Dei gelte, eine wichtige Rolle. „Meisner hielt auch die Predigt bei der Beisetzung von Groer und Zsifkovics hat ihm jüngst die höchste Auszeichnung der Diözese Eisenstadt verliehen.“

Dieses Verhältnis zu Meisner dürfte der Karriere von Zsifkovics nicht abträglich gewesen sein, so Posch, gelte er doch als jener deutsche Kardinal mit dem besten direkten Draht nach Rom.

Kultur & Ritus

Laut Horvath-Piroska sei das Totengedenken Teil der Kultur menschlicher Gesellschaften, insbesondere Teil von Kultur und Ritus der katholischen Kirche: „Wenn gläubige Christen ihrer Toten – ohne Ansehen der Person und ihrer Beurteilung durch weltliche Instanzen – im Rahmen von Gottesdiensten gedenken und für sie beten, dann ist das etwas ganz Selbstverständliches.“ Es sei üblich, dass ein Bischof der Gedenkfeier für einen anderen verstorbenen Bischof vorstehe.
Dr. Georg Gesellmann im KURIER >>



Opfer empört: Bischof tritt bei Gedenkmesse für Ex-Kardinal Groer auf

Wien/Eisenstadt/St. Pölten - Ein angekündigter Auftritt des Eisenstädter Bischofs Ägidius Zsifkovics bei einer Gedenkmesse für den vor zehn Jahren verstorbenen Kardinal Hans Hermann Groer erbost die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt". Groer musste Mitte der 90er-Jahre aufgrund von Missbrauchsvorwürfen als Wiener Erzbischof zurücktreten. Die Diözese verteidigte die Anwesenheit von Zsifkovics bei der Feier in der niederösterreichischen Klosterkirche Marienfeld.

Der Auftritt des Eisenstädter Diözesanbischofs bei der Gedenkmesse am 8. April schlage dem Fass den Boden aus, daher legte die Opfer-Plattform "schärfsten Protest ein". "Kardinal Groer hat eine Spur der seelischen Verwüstung, u.a. mit Suizidfolgen durch das Land gezogen. Bis heute leiden viele seiner Opfer weiter." Alleine "die jährlichen Wallfahrten und Gedenkmessen zu Ehren des Missbrauchskardinals" würden einen Affront darstellen.

"Ein Schlag ins Gesicht"

Auch für Josef Hartmann, der die Anschuldigungen gegen Groer erstmals erhoben hatte, ist die Veranstaltung "ein Schlag ins Gesicht". Er fordert: "Zsifkovics soll sich im Vatikan bei Papst Franziskus dafür einsetzen, dass die Geheimakte Groer endlich geöffnet und den Betroffenen zugänglich gemacht wird."

Seitens der Diözese Eisenstadt verteidigt man den Besuch von Zsifkovics. Das Totengedenken sei "Teil der Kultur menschlicher Gesellschaften", insbesondere Teil von Kultur und Ritus der Katholischen Kirche, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Wenn gläubige Christen ihrer Toten - ohne Ansehen der Person und ihrer Beurteilung durch weltliche Instanzen - im Rahmen von Gottesdiensten gedenken und für sie beten, dann ist das etwas ganz Selbstverständliches."

Ebenso sei es üblich, dass ein Bischof der Gedenkfeier für einen anderen verstorbenen Bischof vorsteht", hieß es weiter in der Stellungnahme. Groer, der am 24. März 2003 gestorben ist, ist in der von ihm mitbegründeten Zisterzienserinnen-Abtei bei Maria Roggendorf beerdigt worden. (APA, 28.3.2013)
Der Standard >>

Kritik an Bischof wegen Groer-Messe
Die angekündigte Teilnahme von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics beim Gedenkgottesdienst anlässlich des zehnten Todestages von Kardinal Groer sorgt für Aufregung. Die Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ legt schärfsten Protest dagegen ein.

Zsifkovics weist Kritik wegen Groer-Gedenkfeier zurück

"Selbstverständlich", dass gläubige Christen ihrer Toten "ohne Ansehen der Person und ihrer Beurteilung durch weltliche Instanzen" gedenken
Kathpress >>


Hans Hermann Kardinal Groër (13.10.1919 - 24.3.2003) auf Wikipedia >>


Beim Requiem von Hans Hermann Kardinal Groër in Maria Roggendorf am 5. April 2003 predigte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Zur Predingt >>

Chronologie der Causa Groer in NEWS >>

Kommentare:

  1. Papst Franziskus in der Osterpredigt: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten"?:

    Die Frauen finden das leere Grab, der Leichnam Jesu ist nicht da, etwas Neues ist geschehen, aber all das besagt noch nichts Klares – es löst Fragen aus, Ratlosigkeit, ohne eine Antwort zu bieten. Und siehe da, plötzlich zwei Männer in leuchtenden Gewändern, die sagen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden“ (Lk 24,5-6). Was eine einfache Geste, eine Tat, sicher aus Liebe getan – das Gehen zum Grab – verwandelt sich jetzt in ein Ereignis, in ein Geschehnis, das wirklich das Leben verändert. Nichts bleibt wie zuvor, nicht nur im Leben jener Frauen, sondern auch in unserem Leben und in der Geschichte der Menschheit. Jesus ist nicht tot, er ist auferstanden, er ist der Lebende! Er ist nicht einfach ins Leben zurückgekehrt, sondern er ist das Leben selbst, denn er ist der Sohn Gottes, des Lebendigen (vgl. Num 14,21-28; Dtn 5,26; Jos 3,10). Jesus ist nicht mehr in der Vergangenheit, sondern er lebt in der Gegenwart und ist auf die Zukunft hin ausgerichtet, er ist das ewige „Heute“ Gottes. So zeigt sich die Neuheit Gottes vor den Augen der Frauen, der Jünger, vor unser aller Augen: der Sieg über die Sünde, über das Böse, über den Tod, über alles, was das Leben belastet und ihm ein weniger menschliches Aussehen verleiht. Und das ist eine Botschaft, die an mich, an dich, liebe Schwester, lieber Bruder, gerichtet ist. Wie oft brauchen wir es, dass die Liebe uns sagt: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Die Probleme, die Sorgen des Alltags können uns leicht dazu bringen, uns in uns selbst, in der Traurigkeit, in der Bitterkeit zu verschließen… und darin liegt der Tod. Suchen wir nicht dort den Lebenden!

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  2. Kartenspielen, Biersegnung, jetzt die Anwesenheit bei einer "Gedenkmessfeier" für einen Amtskirchenführer, der junge Menschen seelisch umgebracht hat - womit haben wir im Burgenland diesen selbstherrlichen, präpotenten, die Wahrheit besitzend glaubenden "verdient"?
    da er in der eigenen Diözese nicht eingeladen wird, sind selbst Wallfahrtsorte, Feiern in Ungarn, Montenegro oder sonst wo vor ihm nicht mehr sicher;
    der Mensch Groer hat seinen Richter bereits kennengelernt;
    einen Platz findet er sicher nur in einem von ihm geglaubten Sektenhimmel.

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  3. Wenn sich Bischof Zsifkovics am Grab vom Mitbruder Hermann Groer Kraft und Stärkung holt, dann kann nicht viel mehr raus kommen als das, was wir zu sehen bekommen: ein zappeliges Durcheinander.

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  4. Vom "Hirten mit dem Geruch der Schafe", wie der neue Papst Franz den Seelsorger beschreibt, ist S.E. Diözesanbischof Zsifkovits meilenweit entfernt.

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