Freitag, 19. April 2013

Franziskus: "Wir müssen wachsen im freien Austausch der Meinungen"

Eine Kirche, die nicht aus sich selbst herausgeht, erkrankt in der stickigen Luft ihrer Enge. Das hat Papst Franziskus den argentinischen Bischöfen zu ihrer Vollversammlung zu bedenken gegeben. In einem Brief, der auf 25. März datiert ist und an diesem Mittwoch bekannt wurde, rät der Papst seinen Mitbrüdern, jede seelsorgerliche Arbeit im Licht der Mission zu sehen. Überdies entschuldigt sich Franziskus bei den argentinischen Bischöfen mit einer Prise Humor, „wegen kürzlich eingegangener Verpflichtungen“ - seiner Wahl zum Papst - nicht an ihrer Vollversammlung teilnehmen zu können.

Die Einlassungen Papst Franziskus gegenüber den argentinischen Bischöfen erinnern inhaltlich an die Rede, die er vor den zum Konklave versammelten Kardinälen gehalten hatte. „Wir müssen aus uns selbst herausgehen zu allen Randgebieten der Existenz, und wir müssen wachsen im freien Austausch der Meinungen“, schärfte Franziskus seinen Kollegen im Bischofsamt ein. Zwar riskiere eine Kirche, die aus sich selbst hinausgehe, draußen einen Unfall zu haben, geradeso wie jemand, der sein eigenes Haus verlasse, aber „ich will Ihnen offen sagen, dass mir eine lädierte Kirche tausendmal lieber ist als eine kranke Kirche“. Die typische Erkrankung der eingeschlossenen Kirche sei die Selbstbezogenheit: sich selbst zu betrachten, „sich in sich selbst zu verkrümmen wie jene Frau des Evangeliums“; das sei „eine Form von Narzissmus“, die die Bischöfe „zur Weltlichkeit im Geist und zu einem gezierten Klerikalismus“ führe und in der Folge daran hindere, „die süße und tröstliche Freude des Evangelisierens“ zu erfahren.

„Ich wünsche Ihnen allen diese Freude“, fuhr Franziskus fort, „die uns vor Groll, vor Traurigkeit und einem Dasein als alte klerikale Junggesellen bewahrt. Diese Freude hilft uns, jeden Tag fruchtbarer zu sein und im Dienst am heiligen Volk Gottes uns zu verausgaben und abzunutzen; diese Freude wächst immer mehr in dem Maß, in dem wir ernst machen mit der pastoralen Bekehrung, die uns die Kirche abverlangt. ... Der Herr befreie uns davon, unser Bischofsamt zu beschönigen mit dem Flitter der Weltlichkeit, des Geldes und eines wohlfeilen Klerikalismus. ... Ich bitte Sie, für mich zu beten, damit ich zu hören verstehe, was Gott will und nicht was ich selbst will.“
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Die Worte und Aussagen von Papst Franziskus sind wirklich ermutigend, erfrischend und richtungsweisend. Es wird sich zeigen, welche Bischöfe diese Anliegen von Franziskus umsetzen.

Kommentare:

  1. "Es wird sich zeigen, welche Bischöfe diese Anliegen von Franziskus umsetzen."
    Warum erwartet Ihr immer alles von den Bischöfen? Müssen sich denn nur die Bischöfe ändern, unter "Reformer", Priester und Laien läuft alles bestens...? Ihr macht immer alles richtig, nicht war? Ihr habt gar kein Umdenken notwendig!?

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    1. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. WEM VIEL GEGEBEN WURDE, VON DEM WIRD VIEL ZURÜCKGEFORDERT WERDEN,UND WEM MAN VIEL ANVERTRAUT HAT, VON DEM WIRD MAN UM SO MEHR VERLANGEN.
      Lukas 12, 47-48

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