Freitag, 18. April 2014

Kreuz und Auferstehung laden ein…

Maria Hafner - Auferstehen, Acryl 1998
„Vor dem grünen Kreuz, das zum Lebensbaum wurde, steht der Auferstandene. Er ist die Frucht dieses Baumes, er gibt sich zur Speise – seinen Brüdern und Schwestern. Er teilt sein Wesen mit, sein verwandeltes, auferstandenes Leben. Nicht als philosophische Idee, sondern sich selbst – zu einem neuen Begegnen. In einer neuen Gegenwart, auf einer neuen Ebene. „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabge kommen ist, damit sie (die Menschen) das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 5,33-35; 10,10)
Seine Arme sind ausgebreitet, sie sind nicht mehr ans Holz genagelt, sie sind frei. Es ist, als bewegen sie sich leicht im Tanze, uns einladend. Damit wir es immer wieder erfahren: in diesem auferstandenen Jesus, dem Christus, haben wir Anteil: an der Erde, am ganzen Kosmos, am Himmel.“ (Maria Hafner)
Mit diesen meditativen Worten der Künstlerin ist das Wesentliche gesagt. Ergänzend sei auf das Kreuz und die Farben eingehen. Das grüne Kreuz hat eine lange Tradition (z.B. Glasfenster in Chartres) und will sagen, dass aus dem Kreuz des Todes ein Kreuz der Hoffnung geworden ist durch den Tod und die Auferstehung Jesu. In das Holz des Kreuzes ist Leben eingekehrt, so dass es wieder grünt. Die Arme des Kreuzes gehen von einem Bildrand zum andern – Ausdruck für eine Hoffnung, die über alle Grenzen hinaus geht und alle Menschen erfassen soll.
Vor diesem Kreuz des Lebens steht der „Lebendige“, der von den Toten Auferstandene. Ganz in Rot: Zeichen seiner Liebe, in der er für uns und zur Vergebung der Sünden für uns sein Blut vergossen hat.

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs!
Liebe Freundinnen und Freunde!

Mit dem Bild "Auferstehen" und dem Text von Martin Gutl wünsche ich euch ein segensreiches Osterfest.

Euer Edi Posch


Kreuz und Auferstehung laden ein…

Ein neues Leben beginnen,
sich von neuem dem Menschen zuwenden.
Mit neuer Energie seine Arbeit tun.
Sich von neuem herausfordern lassen
von Menschen, von Umständen.
Das vergangene Gespräch loslassen können.
Nicht nur in Erinnerungen schwelgen.
Das Heute bedenken, heute handeln.
Mit neuem Mut sich den Schwierigkeiten stellen.

Von neuem sich dem Leben anvertrauen.
Von neuem den Menschen begegnen.
Von neuem Geduld haben und wissen,
dass nicht jede meine Erfahrungen macht,
nicht jeder das gleiche Bewusstsein hat.

Daher von neuem miteinander reden und wissen:
Es braucht viel Zeit,
um den anderen zu verstehen.
Von neuem das Leben als Schule begrüßen.
Von neuem das Leben
als Tag und Nacht erkennen,
als Leid und Freude,
als Ruhe und Kampf,
als Kreuz und Auferstehung.

Martin Gutl, Ich begann zu suchen,
Styria Verlag, Graz, 31990, 106.



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