Donnerstag, 19. Dezember 2013

Vatikan-Fragebogen: 17 Professoren für Moral- und Pastoraltheologie antworten gemeinsam

Ende Oktober 2013 verschickte Erzbischof Baldisseri, der Sekretär der außerordentlichen Bischofssynode 2014, an den Weltepiskopat einen Fragebogen zu Ehe, Sexualität und Familie mit der Bitte, auch Pfarrgemeinden, Verbände und kirchliche Gruppen sollten sich äußern. Auf Initiative der Fuldaer Professoren Rupert Scheule (Moraltheologie) und Richard Hartmann (Pastoraltheologie) beantworteten auch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Moraltheologen sowie der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen den Fragebogen.

Die Antworten der Professoren zum Fragebogen >> 


Treue ist immer gleich viel wert

Ein Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie fordern 17 deutsche Theologieprofessoren. "Wir schlagen ganz grundsätzlich eine Neubewertung der Thematik von Ehe und Familie vor, welche nicht von einer idealisierten Wirklichkeit ausgeht", heißt es.

In einer am Dienstag in Fulda veröffentlichten Erklärung der Moral- und Pastoraltheologen heißt es, die Kirche müsse sich verabschieden von einer auf den Geschlechtsakt fixierten moraltheologischen Tradition und dem Wunsch, alles Sexuelle normieren zu wollen.

Die kirchliche Position zur künstlichen Empfängnisverhütung findet nach Einschätzung der Theologen "annähernd keine Akzeptanz" mehr.

Sowohl die Sprache kirchlicher Verlautbarungen als auch die theologlische Begründung der Sexualmoral aus dem Naturrecht seien für die meisten unverständlich.

Nach Meinung der Theologieprofessoren stehen die Katholiken in Deutschland der kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit und Sakramentalität der Ehe positiv gegenüber. Die negative Einstellung der Kirche zu Empfängnisverhütung, homosexuellen Beziehungen und wiederverheiratet Geschiedenen verdunkele allerdings zunehmend die positiven Gehalte kirchlicher Lehre.
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ZdK, BDKJ und Theologieprofessoren hoffen auf Veränderungen
Vielstimmiger Ruf nach neuer Sexualmoral der Kirche
Der Vatikan-Fragebogen hat in Deutschland eine Debatte über die Sexualmoral der Kirche ausgelöst. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wirbt für Veränderungen. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) verweist auf Zahlen, wonach die Lehre für katholische Jugendliche praktisch irrelevant ist. Ein Umdenken fordern auch 17 Theologieprofessoren in einer gemeinsamen Stellungnahme.
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Dt. Umfrage: Katholische Sexualmoral spielt keine Rolle
Für neun von zehn katholischen Jugendlichen spielt die kirchliche Sexuallehre keine Rolle. Das ergab eine Online-Umfrage des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit knapp 10.000 Teilnehmern.
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Umfrage offenbart Kluft zwischen Katholiken und Kirchenlehre: Schein und Sein
In allen deutschen Bistümern werden derzeit die Antworten auf den vatikanischen Fragebogen zu Ehe, Familie und Sexualmoral ausgewertet. Die Ergebnisse ähneln sich stark und deuten auf eine fatale Situation hin.
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Diözesanrat des Bistums Münster beantwortet päpstlichen "Familien-Fragebogen"
Konzentriert und freimütig hat sich der Diözesanrat, das oberste synodale Mitwirkungsgremium des Bistums Münster aus Bischöfen, Priestern und Laien, am Freitag (29.11.2013) mit dem römischen Fragebogen auseinander gesetzt. Ausdrücklich sollten in die Erhebung Positionen auch aus den Gemeinden eingehen.
Die rund 50 Delegierten beschäftigten sich in acht Kleingruppen mit den acht Hauptthemen des Fragebogens. Dabei stellten sie fest, dass kirchliche Dokumente zu Ehe, Familie und Sexualität auch unter katholisch-engagierten Gläubigen großteils nicht mehr bekannt oder ohne Bedeutung für die persönliche Lebensführung seien. Viele Paare lebten beispielsweise auch vor einer kirchlichen Trauung zusammen; dies als "irregulär" zu bezeichnen, wie im römischen Fragebogen formuliert, entspreche nicht dem Bewusstsein vieler Gläubiger. Auch von einer "Ehe auf Probe" spreche heute keiner mehr – viele Paare lebten auch vor einer Trauung oder ohne sie verantwortlich miteinander. Und für die Akzeptanz der kirchlichen Sexualmoral gelte: "Keiner, der die Pille nimmt, geht nicht zur Eucharistie", hieß es aus einer Kleingruppe.
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1 Kommentar:

  1. Wenn jetzt von manchen (triumphierend) nachgewiesen wird, dass bezüglich der Sexualmoral ein großer Unterschied sichtbar wird zwischen "Sein" und "Schein", dann müssten doch die gleichen ihre Ansichten über die "Diktatur" der Kirche revidieren. Ein Diktator ahndet. Wo aber werden denn die "Gesetzesbrecher" der christl. Moral hingerichtet? Ach so? Nichtzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.- Die Umfrage hat es gezeigt: Die meisten tun (im Bett und bzgl. der Kommunion) ohnedies, was ihnen beliebt. Also braucht niemand einen Kämpfer für die Zulassung, und auch keine offizielle Gutheißung des eigenen Tuns. ---
    Die Kirche verhält sich so wie Jesus von Nazareth: Nachdem ihn viele Jünger verlassen haben, fragt er auch die Apostel: "Wollt auch ihr gehen?" Niemand muss das tun, was gesagt wird. Aber alle sind eingeladen, es zu tun.

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