Donnerstag, 5. Juni 2014

Küng-Hirtenbrief sorgt für Aufregung

In einem Pfarrverband der Diözese St. Pölten herrscht Aufregung um einen Brief von Bischof Klaus Küng. Er erinnert daran, dass in Wort-Gottes-Feiern keine Kommunion erteilt werden darf. In vielen Pfarren ist das aber gelebte Praxis.

In mehreren Pfarren ist es seit Jahren üblich, dass bei Wort-Gottes-Feiern auch die Kommunion erteilt wird, dem gegenüber steht nun ein Hirtenbrief vom 15. März. Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng schreibt darin: „Im Rahmen einer sonntäglichen Wort-Gottes-Feier soll grundsätzlich keine Kommunionsspendung erfolgen.“
Auch in Texing war der Hirtenbrief bei einer Frühmesse am Freitag Gesprächsthema. „Das war für uns schockierend, weil wir eigentlich etwas darauf halten, dass wir zur Kommunion gehen können“, sagt Maria Zöchbauer. Ihre Schwester Johanna ergänzt. „Wenn wir keine Kommunion bekommen, ist das eine halbe Sache. Ich bin dafür, dass es so bleibt wie es war und die Bischöfe sollen uns das nicht wegnehmen.“

Pfarrverband: Ein Priester für vier Pfarren
Dennoch: Die Botschaft der Diözese ist eindeutig. In einer Stellungnahme wird in diesem Zusammenhang auf einen Beschluss der Bischofskonferenz aus dem Jahr 2010 verwiesen. In diesem Beschluss heißt es, dass Wort-Gottes-Feiern und Heilige Messen strikt voneinander zu trennen sind. Nur in Ausnahmefällen darf die Kommunion auch im Rahmen von Wort-Gottes-Feiern erteilt werden, zum Beispiel, wenn Eucharistiefeiern nicht in einer zumutbaren Entfernung angeboten werden können.
In Texing ist das aber nicht der Fall, heißt es in der Stellungnahme der Diözese. Gemeinsam mit Kirnberg, Plankenstein und St. Gotthard bildet Texing einen Pfarrverband, für alle vier Pfarren gibt es einen Priester. „Ich persönlich sehe hier bei den vier Pfarren eine eucharistische Not, die Not der Menschen, die eben diese Kommunion empfangen möchten“, so Diakon Karl Bischof.

Erzdiözese: „Kommunion in Wort-Gottes-Feiern üblich“
Auch Pfarrgemeinderätin Christine Wippel kritisiert das Vorgehen. „Solange es keine besseren Lösungen gibt, wäre es eine Möglichkeit, das beizubehalten und man muss eben nach besseren Möglichkeiten suchen. Aber jemanden die Hostie nicht zu geben, der darum bittet, das finde ich nicht christlich.“ Auch in der Erzdiözese Wien, zu der die Pfarren im Wein- und Industrieviertel gehören, befasst man sich mit diesem Thema, wie Sprecher Michael Prüller bestätigt.
„Da sind wir als Kirche Gott sei Dank in der Situation, dass wir nicht immer alles gleich militärisch durchorganisiert haben und nicht immer mit disziplinären Maßnahmen drohen müssen, sondern da gibt es ein gemeinsames Ringen um den richtigen Weg.“ Laut Prüller ist es in der Erzdiözese Wien üblich, dass die Kommunion auch in Wort-Gottes-Feiern erteilt wird.
noe.orf.at

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