Mittwoch, 1. April 2015

Kardinal Meisner hält Einkehrtag in Eisenstadt

Kardinal Joachim Meisner war Festredner beim Martinsfest 2012 und ist Träger des St. Martinsordens in Gold.
Blog-Archiv zu Kardinal Meisner >>



Aktualisiert:

Glaube kommt vom Hören
Der Christ, und vornehmlich der Priester, müsse mehr hinhören als reden, erinnerte der Kardinal die teilnehmenden Geistlichen, Ordensleute, Seelsorger und Laienchristen beim diesjährigen Priestereinkehrtag der Diözese.
aktuell.martinus.at >>


Kontext:
Nachfolger von Kardinal Meisner im Erzbistum Köln ist Rainer Maria Woelki.

Kardinal Woelki saniert den Vatikan
Rainer Maria Woelki, seit einem halben Jahr Erzbischof von Köln und auch Kardinal, gilt als bescheiden. In Berlin, wo er Erzbischof war, lebte er in einer Mietswohnung im Bezirk Wedding. Zurück in seiner Heimatstadt Köln, ließ er den Bischofssitz von 260 auf 160 Quadratmeter Wohnfläche verringern. Woelki soll nun daran mitwirken, die Finanzen des Vatikans in Ordnung zu bringen. Der 58-Jährige wird, wie am Dienstag bekannt wurde, Mitglied der Vermögensverwaltung (Apsa). In diese „vatikanische Zentralbank“ berief ihn Papst Franziskus, der die Finanzinstitutionen infolge mehrerer Finanzskandale neu ordnet.
Frankfurter Allgemeine Zeitung >> 


Zsifkovics: Mit Glaubenstiefe gegen kirchliche Krankheitssymptome 
Eisenstädter Bischof nimmt bei Chrisammesse auf Papst-Kritik an 15 "Krankheiten" der Kurie Bezug
"Krankheiten" haben nicht nur die Laienchristen, sonder vor allem auch die Geweihten fest im Griff
Das Bemühen um einen vertieften Glauben schützt Christen und gerade auch Geistliche vor "Krankheitssymptomen", die in Widerspruch zur Frohbotschaft Jesu stehen. Darauf hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics bei der Chrisammesse hingewiesen, die er am Mittwochnachmittag mit dem burgenländischen Klerus und mit dem emeritierten Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, als Gast im Eisenstädter Martinsdom feierte. Er nahm dabei Bezug auf die Aufsehen erregende Weihnachtsansprache des Papstes vor der Römischen Kurie, in der Franziskus 15 "Krankheiten" wie "Glaubens-Alzheimer" und Geschwätzigkeit genannt hatte, die die Kirche befallen hätten.

Ein "realistischer Blick" auf Kirche und Gesellschaft zeige ihm, "dass es in unserer Gemeinschaft tatsächlich unübersehbare Symptome gibt, die ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Erkrankung sind", sagte Zsifkovics in seiner Predigt. Diese Symptome würden letztlich alle Christen in der einen oder anderen Form und Stärke betreffen, "besonders schmerzhaft wirken" würden sie jedoch, "wenn sie Menschen im geistlichen Leitungsamt, wenn sie uns Priester, Diakone und Ordensleute betreffen".

Namentlich nannte der burgenländische Bischof drei Krankheitsbilder, die die "Gefahr der Ansteckung" bergen und eine Therapie erfordern würden: durch Hetze und Hektik ausgelöste "Atemnot", die die Luft ausgehen lasse, "weil ich meine, alles selbst machen und überall dabei sein zu müssen"; weiters "Gedächtnisschwund", der Jesus und seine Frohbotschaft in Vergessenheit geraten lasse, "wenn ich nur mehr um mich selber kreise, mich zum Zentrum meines eigenen Fan-Clubs stilisiere und meine erste Frage immer lautet: "Was bringt's mir?"; und schließlich "Rückgratverkrümmung", die bewirke, dass "ich für das, was ich denke, rede und tue, nicht geradestehen kann ... und nicht für die eintrete, die ungerecht behandelt werden".

"Sind wir nicht alle schon zu lau und müde?"

Die genannten "Krankheiten" haben nach den Worten von Bischof Zsifkovics "unsere Kirche und unsere Gesellschaft heute befallen und fest im Griff, nicht nur die Laienchristen, sondern vor allem auch uns Geweihte!" Seine kritische Anfrage an die Festgemeinde im Martinsdom: "Spüren wir überhaupt noch, wie leise, still und heimlich sie sich bei uns und in uns verbreiten? Sind wir nicht alle schon zu lau und müde geworden, dem entgegenzuwirken?"

Ehrliche Rückbesinnung auf Gott und den Glauben ist nach den Worten von Bischof Zsifkovics das geeignete Gegenmittel, um mit den genannten "Krankheiten" zurande zu kommen. Der Glaube gebe die Überzeugung, dass Gott da zur Seite stehe, wo die eigene Kraft nicht mehr ausreicht, er fordere immer wieder heraus, vom Mitmenschen her zu denken und zu fühlen und ihm zu einem besseren und menschlicheren Leben zu verhelfen. Und: Der Glaube stelle "das Lebensmodell eines Menschen vor Augen, der aufrecht, ehrlich, geradlinig seinen Weg gegangen ist ... - bis zum Tod am Kreuz".

Der Bischof appellierte abschließend an den Klerus, mit einem erneuerten Weiheversprechen und den in der Chrisammesse geweihten Ölen "die Wunden der uns anvertrauten Menschen, aber auch die eigenen" zu heilen. "Wo wir so mit Christus und der Kirche gemeinsam unseren pastoralen Weg gehen, da ist Seelsorge einladend, anziehend, glaubwürdig und heilsam."
Katholischen Presseagentur Österreich

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