Mittwoch, 3. Oktober 2012

Hirtenbrief: Absage der Bischöfe an die Reformer

Die Formulierungen sind in der Tonalität gewohnt unverbindlich. In ihrer Bedeutung sind sie aber unmissverständlich: Die österreichischen Bischöfe erteilen den Reformwünschen vieler Gläubigen und der Pfarrerinitiative eine deutliche Absage.

Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, präsentiert heute, Mittwoch, ein "Hirtenwort" zum Jahr des Glaubens. Der Text, der dem KURIER vorliegt, enthält eine deutliche Warnung an alle jene, die tiefgreifende Veränderungen für die Kirche wünschen – etwa die Zulassung von Frauen und Verheirateten zu Priesteramt, die priesterlose Eucharistiefeier oder die Kommunion für Wiederverheiratete. Ihnen wird vorgeworfen die Einheit der Kirche zu gefährden.

Wörtlich heißt es in dem Hirtenbrief, dass manche der geforderten Änderungen nur um den Preis des Bruches der Kirchengemeinschaft möglich wären und nur scheinbar den Menschen zum Wohle dienen.
Der Priestermangel macht auch den Bischöfen große Sorgen. Sie verweisen allerdings auf die zunehmend leeren Kirchenbänke. Dass künftig Laien die Messe feiern, ist für sie undenkbar, sogar die größte Gefahr für die Kirche: Die Grenze zwischen Eucharistie und Wortgottesdienst darf nicht verwischt werden. Hier steht die Einheit der Kirche auf dem Spiel.
Auch die Forderung der Pfarrerinitiative nach einer Zulassung von verheirateten, bewährten Männern (viri probati) zum Priesteramt wird mit dem Hinweis auf das II. Vatikanische Konzil abgeschmettert. Das Konzil habe sich entschieden für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats ausgesprochen.
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Das Hirtenwort ist eine ausführliche Problemanalyse, konkrete Lösungsansätze fehlen. Die Bischöfe sehen nur einen Weg: Nur aus dem Glauben kommt die Erneuerung der Kirche.

Helmut Schüller, Sprecher der Pfarrer-Initiative, ist über diese Formulierung empört: "Was glauben denn die Bischöfe, woher unsere Reformerwartungen kommen? Da steht genauso der Glaube dahinter", sagt er im Gespräch mit dem KURIER. Die Probleme der Kirche müssten im Konsens gelöst werden. Dem müsse aber eine offene Auseinandersetzung vorausgehen. Das Kirchenvolk sei jedoch weitgehend aus dieser Konsensfindung ausgeschlossen: "Was Konsens ist, gibt die Kirchenführung vor. Das ist einseitig."
Ganzer Beitrag im KURIER >>  

Hirtenbrief: „Pattsituation“ in katholischer Kirche
Österreichs Bischöfe wollen im Konflikt mit der Pfarrer-Initiative aus der „Sackgasse“ herausfinden. Am Mittwoch präsentierte Kardinal Schönborn ein gemeinsames Hirtenwort. Konkrete Ansätze bleibt dieses allerdings schuldig.
Religion.ORF.at >>

Absage an Reformer: Der aktuelle Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe
Als „Absage an Reformer“ wird er interpretiert: der aktuelle Hirtenbrief der katholischen Bischöfe Österreichs, der am vergangenen Mittwoch von Kardinal Christoph Schönborn präsentiert worden ist. Ungeduld und Reformstau werden da u.a. zwar thematisiert, doch Reformansätzen, wie sie von der Pfarrer-Initiative formuliert worden sind, wird eine klare Absage erteilt: „Manche Forderungen wären nur einzulösen um den Bruch der Kirchengemeinschaft und das kann nicht das Ziel sein“, so Schönborn.
Orientierung vom 7. Oktober (mit Video) >>


Bischöfe bekräftigen Ablehnung von Reformern
In einem Hirtenwort zum "Jahr des Glaubens" spricht sich das Episkopat abermals für den Zölibat und gegen das Frauenpriestertum aus. Zudem wird in dem Schreiben erneut vor einer Kirchenspaltung gewarnt.
Die Presse >>

Ich kann Helmut Schüller nur zustimmen. Die Spaltung hat längst stattgefunden: Die Kirchenleitung hat sich vom Kirchenvolk abgespalten - so schaut's aus! Die Ignoranz, Arroganz und Machtbesessenheit der Bischöfe ist unbeschreiblich.

Wortlaut des von Kardinal Christoph Schönborn am 3. Oktober in Wien präsentierten gemeinsamen Hirtenwortes der österreichischen Bischöfe zum "Jahr des Glaubens" >>

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