Montag, 24. September 2012

Gehen die Bischöfe über "Leichen"?

Ludwig Puchinger hat folgenden Leserbrief an mehrere österreichische Tageszeitungen verschickt:

Die Kirchenleitung verharrt seit geraumer Zeit bei wichtigen Fragen in Grabesstille und Totenstarre. Nicht so die Menschen an der Kirchenbasis. Im „Mitteilungsblatt der „Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen“ ist folgender aufrüttelnder Text zu finden:

Gehen die Bischöfe über „Leichen“?
  • „Leichen“ sind viele Katholiken, für die die Seelsorge durch die Zusammenlegung der Gemeinden gestorben ist.
  • „Leichen“ sind die Wiederverheirateten, die ausgegrenzt und abgeschrieben werden.
  • „Leichen“ sind die von Priestern geschädigten Missbrauchsopfer, deren Seele zeitlebens verwundet ist und nicht durch Finanzmittel geheilt wird.
  • „Leichen“ sind die Priester, deren Lebenstätigkeit und - Inhalt getötet wurden, weil sie der Liebe wegen aus dem priesterlichen Dienst ausscheiden mussten.
  • „Leichen“ sind die heimlichen Freundinnen von Priestern und die ausgetretenen Ordensfrauen, wenn sie von kirchlicher Seite verfemt werden.
  • „Leichen“ im wahrsten Sinne sind verstorbene Aidskranke, die in Afrika wegen des kirchlichen Kondomverbotes und entsprechenden Verhaltens infiziert wurden.
  • Schließlich sind die vielen Katholiken gleichsam „Leichen“, deren Vertrauensverhältnis zur Kirchenleitung tot ist.

Wie lange lassen wir uns das noch bieten?
Was können wir dagegen tun?
Wir glauben doch an die Auferstehung!

Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen e. V. >>

Kommentare:

  1. es gibt viele Probleme und Härtefälle - unbestritten;
    jemandem vor zu werfen über Leichen zu gehen hat aber NICHTS mit Dialog zu tun;
    ich bin für innere und äußere Reform unseres Christseins und unserer Kirche;
    aber mit solchen Aussagen möchte ich nichts zu tun haben und distanziere mich aufs Schärfste - das würde ich mir auch von Ihnen, Herr Posch, wünschen!

    AntwortenLöschen
  2. Echte Leichen sind die abgetriebenen Kinder, die tot sind, weil Bischöfe und Priester nicht laut ihre Stimme gegen die Abtreibungsinustrie erheben, sondern faule Kompromisse mit der Welt eingehen, damit sie von den falschen Kräften als fortschrittlich und menschenfreundlich gelobt werden.

    AntwortenLöschen
  3. Ich möchte der VkPF für diese deutlichen Worte ausdücklich danken und auch für die Veröffentlichung in diesem Blog ! Es ist schon wahr und damit unerträglich, wie innerhalb des starren Systems und der hierarchischen Strukturen, vor allem innerhalb des Priester-Amts- und Nachfolge- und damit Weiheverständnisses , derart unchristlich und unmenschlich gehandelt wird. Das Bild der " Leichen" kann ich sehr gut verstehen. In diesem Punkt findet seitens der Bischöfe kein Dialog statt, denn diese sind in einem Denk-und Verhaltensmuster gefangen, aus dem sie sich durch jahrzentelange Prägung und Fixierung nicht oder nur sehr,sehr,sehr schwer entwinden bzw. weiterentwickeln können.

    AntwortenLöschen