Donnerstag, 14. November 2013

Zsifkovics und Koch: "Kirchen tragen Mitschuld"

Anlässlich des Gedenkens an die Novemberpogrome vor 75 Jahren, wandten sich Bischof Ägidius und Superintendent Koch in einem gemeinsamen Schreiben an ihre Pfarrgemeinden. Darin finden sie klare Worte und bekennen die Mitschuld der Kirchen und Christen an der Judenverfolgung unter der Nazi-Schreckensherrschaft:

„Unsere Kirchen haben gegen sichtbares Unrecht nicht genügend protestiert, viele unserer Gläubigen haben geschwiegen und weggeschaut.“Es sei aus theologischer Sicht ein Skandal, dass so wenig geschwisterlich gegen die „älteren Brüder und Schwestern im Glauben“ gedacht und gehandelt wurde. Im ganzen Burgenland gibt es keine einzige jüdische Gemeinde mehr. „Es ist ein Verlust (...) und wir müssen diese Leerstelle in unserer Mitte aushalten - nicht überspielen und vergessen.“

Beide betonen noch etwas ganz Wichtiges: "Mir möchten uns deshalb ausdrücklich gegen jene Meinungen aussprechen, die damit argumentieren, dass 'mit diesen alten Geschichten' jetzt endlich Schluß sein sollte."  Dass dies (leider) immer wieder notwendig ist zu betonen zeigt nicht zuletzt die regelmäßig aufkommende Diskussion rund um das "Verbotsgesetz".

Hier der gemeinsame Brief im Wortlaut >>


Die Sprache der Verachtung – Novemberpogrome
Albert Camus verstand sein Schriftsteller-Sein als Auftrag, für die zu sprechen, die es nicht vermögen, sagt Hans Schelkshorn in den Gedanken für den Tag >>.

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