Dienstag, 5. November 2013

Vatikanischer Fragebogen zu Ehe und Sexualität - für alle Katholiken?

Während die Bischofskonferenz von England und Wales eine öffentliche Online-Umfrage einrichtete, wollen die US-amerikanischen Bischöfe laut National Catholic Reporter (NCR) offenbar keine Mitwirkung des Volkes. Leider lässt auch der Kathpress-Text darauf schließen ("normalen Vorgang zur Vorbereitung von Bischofsynoden"), dass eine Mitwirkung des Volkes in Österreich nicht vorgesehen ist, obwohl sie von Rom ausdrücklich gewünscht wird.
Eigentlich ist es ein hoffnungsvolles Zeichen, dass Rom interessiert ist zu erfahren, was das gläubige Volk zu diesen notorischen heißen Eisen meint.


Online-Fragebogen zum Thema Ehe und Familie:

Fragebogen von “Die Laieninitiative” und “Wir sind Kirche”

Fragebogen der Diözese Graz-Seckau

Online-Befragung der Katholische Aktion Österreichs 

Online-Umfrage der Katholischen Jugend Wien


Aktualisiert am 8.11.
Schönborn: Umgang mit Fragebogen "so offen wie möglich"
Die Kirche in Österreich werde mit dem Fragebogen, mit dem der Vatikan weltweit Fakten und Einstellungen rund um das Thema Familie erheben will, "so offen wie möglich" umgehen. Das kündigte Kardinal Christoph Schönborn am Freitag bei der Pressekonferenz in Wien an, wo er über die Ergebnisse der Herbstsession der Österreichischen Bischofskonferenz berichtete.
Kathpress >>


5. November 2013
Vatikan verschickt Fragebögen zu Ehe, Familie und Sexualität
Ein Novum in der Kirchengeschichte: Papst Franziskus hat einen Fragebogen verschicken lassen, in dem Katholiken ihre Ansichten über die Kirche und Themen wie Ehe, Familie und Sexualität äußern sollen. Über die Bistümer soll er den Kirchengemeinden „sofort“ zugänglich gemacht werden.
FAZ.net  >>

Der Fragebogen im Wortlaut auf Deutsch >>

Vatican asks for parish-level input on synod document
The Vatican has asked national bishops' conferences around the world to conduct a wide-ranging poll of Catholics asking for their opinions on church teachings on contraception, same-sex marriage and divorce.
National Catholic Reporter >>

Deutsche Übersetzung des NCR-Artikels >>

Vatikan versendet weltweite Umfrage zu Familienthemen
Österreichische Bischofskonferenz bestätigt Eingang - Fragebogen dient Vorbereitung der Sonderbischofssynode im Oktober 2014
Als Vorbereitung auf die nächste Bischofssynode hat der Vatikan einen Fragekatalog zu Familienthemen an alle nationalen Bischofskonferenzen geschickt. Der Präsident des päpstlichen Rates für die Familie, Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, hatte die Versendung des Fragebogens bereits Ende Oktober gegenüber der italienischen Zeitung "Avvenire" angekündigt. In dem Fragebogen würden die Bischöfe aufgefordert, die verschiedenen Situationen der Familien mit ihren Problemen und Schwierigkeiten detailliert zu schildern, so Paglia.
Kathpress >>

Spekulationen über vatikanischen Fragebogen an die Bischöfe:
Umfrage unter allen Katholiken?
Die Schlagzeilen klingen nach einer der größten und spektakulärsten Umfragen der Geschichte: "Der Vatikan befragt Katholiken weltweit zu Ehe und Sexualität". So oder ähnlich lauten die Meldungen, die seit Donnerstag weltweit großes Aufsehen verursachen.
Katholisch.de >>

Alois Glück über die Vatikan-Umfrage zur Lage der Familien:
"Das wird mehr als eine Geste sein"
Als Vorbereitung zur Familiensynode hat der Vatikan einen Fragenkatalog an alle nationalen Bischofskonferenzen geschickt. Alois Glück, Präsident des ZdK, schätzt diesen Schritt im domradio.de-Interview ein.
domradio.de >>

Die öffentliche Umfrage der Bischofskonferenz von England und Wales als .DOC >> (auf Englisch)

Bischofskonferenz von England und Wales (engl.) >>

Kommentare:

  1. Schrecklich! Schrecklich! Schrecklich!

    Auf der Webseite der britischen Bischöfe steht, dass 150 'Synoden'-'väter' die 'pastoralen' Herausforderungen in Bezug auf die Familie in Zusammenhang im 'Kontext der Evangelisation' besprechen wollen.

    - 150 geweihte alte Männer wollen über Familie sprechen und entscheiden? Welche Arroganz! Welche Weltfremdheit! Welcher Hohn: Sie maßen sich an, sich 'Väter' zu nennen, obwohl sie theoretisch zolibatär sind, keine Familienmänner, weder Väter noch Ehemänner, und obwohl Jesus gesagt hat, dass wir nur Gott unseren Vater nennen sollen. Welche Schmach, Schande und Herabsetzung aller Frauen, Mütter und Familienväter, dass diese alten Männer sich anmaßen, es besser zu wissen und über uns alle entscheiden zu dürfen! Das ist doch heutzutage nur noch lächerlich! Wie die Kirchenführung mit solch einem Vorgehen der eigenen Kirche und auch allen anderen Kirchen schadet, das ist nicht heilig.

    - Die Verwendung von 4 kirchlichen Fachbegriffen in dem kurzen Satz für das Vorhaben zeigt doch, dass der Vatikan nur innerhalb seiner eigenen, nicht mehr von den Gläubigen verstandenen und getragenen Begriffswelt denkt. Wenn es Voraussetzung ist, dass alles was der Vatikan sagt immer richtig sind, und der Vatikan nicht bereit ist, sich zu ändern, sich umzustellen, von Schlechtem und Falschen zu lassen, dann kann es bei diesem Treffen nicht um das Wohl von Kindern und Familien gehen. Dann kann es nur darum gehen, Linientreue zum Vatikan zu erzwingen.

    - Wozu eine Synode, wenn der Papst doch letztendlich macht, was er will, egal was alle anderen sagen (siehe Humanae vitae)?

    Und leider, bei einem ersten Durchlesen der Einleitung und der Fragen, zeigt sich für mich, wie weltfremd und selbstbezogen der Vatikan ist. Entschuldigung: Aber wenn der Vatikan nur darüber sprechen will, wie er endlich Humanae vitae umsetzen will, dann ist das Ganze doch wieder nur Augenwischerei.

    Und dieses endlose, dumme Gerede über das "Naturgesetz", für das sich der Vatikan natürlich auch als kompetent ansieht und sich Entscheidungsbefugnis anmaßt. Wenn 5% - 10% der Menschen homosexuell sind, dann ist das eben auch Natur, und Naturgesetz ist nicht nur das, was der Vatikan dafür hält.

    Ein lauter Protest gegenüber diesem selbstherrlichen Verständnis und Vorgehen unserer Kirchenführung sollte groß am Anfang jeder Kooperation von uns allen bei dieser "Familiensynode" sein. Eine Familiensynode ohne Frauen, Mütter und echte Väter ist nicht glaubwürdig und nicht akzeptabel. Stoppt diesen Unfug! Lasst Euch nicht (wie das "Zentralkomittee der deutschen Katholiken") von den Interessen der Vatikanclique vereinnahmen! Papstamt, Kardinalskollegium und Kurie gehören abgeschafft als Instrumente absolutistischer Herrschaft, die längst überholt ist! Die britischen Bischöfe haben den Fragebogen Online für alle gestellt.

    Von der CTA-Konferenz in Milwaukee habe ich am Samstag gehört, dass die US-amerikanischen Bischöfe die Leute nicht befragen wollen, sie meinen, sie wissen es am besten was die Gläubigen denken.

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    1. "Lasst Euch nicht von den Interessen der xx vereinnahmen!" - Höre ich da nicht die Sprache des Vatikan? "Die xx gehören abgeschafft." Ist das nicht der gleiche Diktatorenstil, nur halt von einem anderen Standpunkt aus, aber mit dem gleichen Wunsch, nämlich zu bestimmen? Es sind nur neue Dogmen, aber der gleiche Machtanspruch. Schrecklich, Schrecklich, Schrecklich!
      Päpstin Regina, Sie werden doch die roten Samtschuhe tragen, die Franziskus abgelehnt hat. Die gehören doch zum alten Anschaffer-outfit, den Sie vertreten!

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  2. Da habe ich eine bessere Idee: die roten Schühchen bleiben im Schrank, ebenso wie wie alle weiteren Insignien von unnötigem päpstlichem "Outfit" und wenden uns weiteren Details des Fragebogens zu :
    Die kirchliche Lehre wird als Allheilmittel und als Antwort auf alle Probleme gesehen. Dass die Lehre

    - falsch oder fehlgeleitet sein kann,

    - was für negative Auswirkungen sie haben kann,

    - dass sie ihre Grenzen hat,

    - dass sie nicht für alle anwendbar sein mag,

    - dass sie sehr einseitig ist und viel Wichtiges im Familienleben nicht berücksichtigt,

    - dass sie ihrer Sicht Priorität über alles gibt, auch über Probleme, die für Ehepartner wesentlich kritischer sein können,

    - dass die Lehre die Verantwortung und Entscheidungsfreiheit der Paare unzulässig beschränkt,

    - dass die Lehre recht weltfremd/realitätsfern ist,

    - dass diese Lehre nur von ledigen alten Männern stammt und der Rest der Welt das ganz anders sieht,

    dafür wird im Fragebogen keinerlei Sensibilität gezeigt.

    Es ist doch ein "Kopf in den Sand stecken", ein Fehlen jedes Verständnisses und ein Mangel an Verantwortungsbewusstsein, wenn romkritische Themen, wie das heftig kritisierte Verhütungsverbots in Ländern mit riesengroßen Problemen der Kinderarmut oder die Benutzung von Kondomen um die Ausbreitung von AIDS entgegenzuwirken einfach überhaupt nicht erwähnt.

    Rom fragt, was wir denn bitte tun können, um die Geburtenrate noch zu erhöhen, obwohl wir schon seit Jahrzehnten die Ressourcen gar nicht haben, um alle Menschen anständig ernähren zu können. Wo bleibt denn da, die Verantwortung, dass wir nur Kinder in die Welt setzen wenn wir sie auch ernähren können?

    Eine Frage wie "Unterstützt die Kirche Paare in Schwierigkeiten?" hört sich ja noch ganz gut und offen an. Diese Frage steht jedoch im Themenkomplex "Weitergabe des Glaubens" und zielt damit nur in eine bestimmt Richtung.

    Was ist denn für Rom irregulär? Ein glücklich verheiratetes Paar mit Kindern, die beide bereits vorher verheiratet waren aber beide vorher keine Kinder hatten - das ist irregulär. Eine Familie, wo der Mann schlägt, die Frau säuft und die 15-Jährige kifft, das ist für Rom regulär. Es scheint doch, dass für Rom die Hauptsache ist, dass Roms Gesetze befolgt werden, egal in welches Unglück die Familien dadurch gestürzt werden.

    Auf Basis dieses Fragebogens wird ein Dialog sehr, sehr schwierig.

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  3. Man sollte sich nix gefallen lassen aus Rom !!! Am besten wäre es,dass man sich von Rom unabhängig macht !!! Es muss ja eh jeder selbst entscheiden bzw. VERANTWORTEN was er tut und Pasta !!!

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