Montag, 4. November 2013

Lothar Müller an Herrn Mag. Edi Posch - Begegnung & Dialog



Lieber Edi – Du kommst selber ja nicht dazu!
 
Gratuliere herzlichst zum inzwischen 500.000sten Info – und Dialoganklick.
Die Plattform wirkt weit über die Martinsdiözese hinaus. Letzte Woche – bei meinem interdisziplinären Stammtisch – wollte ich auf eine Meldung in Deinem Blog hinweisen – die Reaktion (in Tirol !): „schon gelesen“!
Dein Beitrag ist m.E. für die Zukunft der Kirche unerlässlich – und die Stärkung unserer Gemeinschaft durch Öffnung, Abbau uralter privilegierter Strukturen und Transparenz auch hinsichtlich öffentlicher Leistungen quasi ein Vorgriff auf Kommendes. Wer das nicht versteht, ist falsch am Platz.

Wer mir echt Sorge macht ist dieser Gerhard Müller, Erzbischof und (noch) Chef der Glaubenskongregation. Nach KATHPRESS (31.10.2013) hat er sich in Palermo jüngst über die „Krise des Priestertums in der westlichen Welt“ ausgelassen. Ursachen dafür findet er in einer „radikalen Desorientierung der christlichen Identität“ und in einer Philosophie, die keinen „transzendenten Hintergrund“ mehr habe.

Also: ich kenne genügend Priester und auch Ordensleute, die eher an der Hierarchie und deren immer mehr zutage kommenden Privilegien und Machtmöglichkeiten „desorientiert“ sind. Und denen ihre tägliche pastorale und sozial – kulturelle Arbeit weit wichtiger ist als die Frage nach einer „transzendenzlosen Philosophie“ ist. Genau diese Menschen braucht die Kirche – und ebenso die Gesellschaft! Nach einem guten Vierteljahrhundert in allen Ebenen der Politik weiß ich, wie wichtig selbstlos und bescheiden arbeitende Priester, Ordensleute und kirchliche MitarbeiterInnen sind.
Gerhard Müller wird sich mit seinen allzu theoretischen Ausführungen und Einschätzungen nicht mehr lange halten können. Weiß er schon wohin? Irgendwie ist er mir ja sympathisch!

Herzlich und alles Beste für die nächsten 500.000!
Dein Lothar

(Kopien an kirchliche Freunde!)

1 Kommentar:

  1. Das ein Chef der Glaubenskongregation "theoretische Ausführungen" machen muss gehört wohl zum Anforderungsprofil eines Chefs der Glaubenskongregation. Dazu ist die Glaubenskongregation ja da

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