Freitag, 22. Mai 2015

Studie über Faktoren, die das Glaubensleben negativ beeinflussen

Studie: Was die Abkehr von Kirche und Religion fördert
Münster (idea) – Das Religiöse verliert in vielen modernen Gesellschaften an Bedeutung – trotz mancher Gegenbewegungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Religionssoziologen Prof. Detlef Pollack und Gergely Rosta von der Universität Münster. Sie haben nach eigenen Angaben eine der umfassendsten wissenschaftlichen Untersuchungen zu internationalen religiösen Trends erstellt. Dazu werteten sie Zahlenmaterial seit 1945 aus. Nach Angaben der Forscher vollzieht sich die Abnahme des kirchlichen Bestandes in Westeuropa „lautlos, nicht eruptiv und erweckt den Eindruck eines alternativlos voranschreitenden Prozesses“.
Die Studie benennt eine Reihe von Faktoren, die die Lebendigkeit von Religion negativ beeinflussen: ein hohes Wohlstandsniveau, eine starke Individualisierung, ein breites Freizeit- und Unterhaltungsangebot sowie eine ausgeprägte kulturelle und weltanschauliche Vielfalt einer Gesellschaft. Im Blick auf die Vereinzelung heißt es in einer Mitteilung: „Je mehr die Menschen auf Selbstbestimmung, Lebensgenuss und Selbstverwirklichung Wert legen, desto distanzierter stehen sie den Kirchen gegenüber.“ Auch wenn in Deutschland eine Mehrheit der Bürger meine, ganz individuell ohne Kirche gläubig sein zu können, lasse sich das statistisch nicht nachweisen. Nur wenige Menschen lebten den christlichen Glauben ohne kirchliche Institution und Gemeinschaft. Wie wichtig die soziale Einbindung in den Glauben sei, lasse sich daran erkennen, dass Formen einer hochindividualisierten esoterischen Spiritualität außerhalb von Kirche und Christentum wenig stabil seien.
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Studie: Religiosität im Westen geht durch Wohlstand zurück
Der Wohlstand in der westlichen Welt nimmt seit 1945 zu, die Religiösität nimmt ab. Das ist das Ergebnis einer Studie des Religionssoziologen Detlef Pollack. Die Kirchen, aber auch andere spirituelle Angebote, könnten wenig dagegen tun, schreibt Pollack.

Durch wachsenden Wohlstand und zunehmende Individualisierung nimmt die Religiosität in der westlichen Welt einer Studie der Universität Münster zufolge kontinuierlich ab. Dabei verließen die Gläubigen die Kirche weniger aus konkreten Gründen, sondern weil sie ihnen gleichgültig geworden sei, heißt es in einer am Freitag vorgestellten Untersuchung des Münsteraner Religionssoziologen Detlef Pollack. Daher könnten Gegenmaßnahmen der Kirchen wenig gegen diesen Trend ausrichten. Auch alternative, spirituelle Angebote außerhalb der Kirche wie etwa die Esoterik verzeichnen demnach nur schwache Zuwächse.

Neben einem hohen Wohlstandsniveau und zunehmender kultureller Vielfalt wirkt sich laut der Studie auch der Ausbau der Sozial- und Bildungssysteme negativ auf die Religiosität aus. Oftmals bestehe dadurch keine Notwendigkeit mehr, kirchliche Kanäle zu nutzen. In konfessionell eher geschlossenen Ländern wie Polen, Italien oder Irland habe die Religion dagegen nach wie vor einen weitaus höheren Stellenwert als etwa in den religiös pluralen Niederlanden.

Positiver falle die Bilanz für die Religiosität dagegen aus, wenn religiöses Leben in Gemeinschaften eingebettet sei. Auch eine Verbundenheit religiöser Inhalte mit politischen, nationalen oder wirtschaftlichen Interessen könne sich positiv auswirken. Als Beispiele nennen die Autoren Rituale wie etwa die Vereidigung des US-Präsidenten auf die Bibel oder das Gebet im US-amerikanischen Abgeordnetenhaus. Kämen sich Religion und Politik dagegen zu nahe, wachse die Abwehrhaltung der Bürger an. Auch in Gegenden in denen sich Minderheiten gegenüber einer andersgläubigen Mehrheit behaupten müssen, stellten die Forscher eine engere Bindung an die Religion fest.

Für die Untersuchung werteten Pollack und sein Kollege Gergely Rosta den Angaben zufolge Datensätze aus Italien, den Niederlanden, Deutschland, Polen, Russland, den USA, Südkorea und Brasilien seit 1945 aus.
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Religion in der Moderne – ein internationaler Vergleich
Studie von Detlef Pollack und Gergely Rosta zum religiösen Wandel in der Moderne

Mit dem religiösen Wandel in der Moderne beschäftigt sich ein neues Grundlagenwerk der Religionssoziologen Prof. Dr. Detlef Pollack und Dr. Gergely Rosta vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Auf reichhaltiger empirischer Materialbasis aus den Jahren 1945 bis 2012 beschreiben die Autoren der Monografie „Religion in der Moderne. Ein internationaler Vergleich“ die Veränderungen der religiösen Lage auf verschiedenen Kontinenten und bieten eine sozialwissenschaftliche Erklärung für zentrale religiöse Entwicklungstrends an. „Keine andere Studie zum religiösen Wandel in modernen Gesellschaften bezieht ein so reichhaltiges Datenmaterial in ihre Argumentation ein“, erläutert Prof. Pollack.

Die Autoren stellen das Buch am 20. Mai 2015 in Münster vor.
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Kirchen im Strudel von Nettoverlust und Irrelevanz
Eine neue Studie zeigt, dass der Niedergang des Christentums durch Predigten oder feurige Bekenntnisse nicht zu bremsen ist. Religion ist für den Alltag vieler Menschen einfach nicht mehr relevant.
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