Dienstag, 14. August 2012

Wie weit kann Ungehorsam in der katholischen Kirche gehen?

Im Linzer Bischofshof hat dieser Tage ein Treffen zwischen Vertretern kirchlicher Reformgruppen und Personalverantwortlichen der Diözese Linz stattgefunden. Es ging um den Priestermangel und die Folgen für die Pfarren.

Die Atmosphäre wird als gut beschrieben. Doch es wurden auch Unterschiede klar. Die Diözesanverantwortlichen, die zu dem Treffen eingeladen hatten, präsentierten das diözesane Konzept Kirche im Territorium“. Unter anderem angesichts des Priestermangels und zurückgehender Finanzen werden darin Kooperationen von Pfarren skizziert. Dazu kommt der Einsatz von Laientheologen sowie ehrenamtlicher Seelsorgeteams. Seit Jahren versucht die Diözese unter den gegebenen Umständen mit den Herausforderungen des Priestermangels umzugehen. Anders als beispielsweise deutsche Bistümer verordnet Linz keine Pfarrfusionen. Dass zu den Umständen römische Vorgaben gehören, für die es allgemein kaum Verständnis gibt (Pflichtzölibat, keine Frauenweihe), ist nicht Schuld der Diözese.

Die Reformer erkennen das Bemühen der Diözese Linz zwar an, sehen in den Konzepten aber nur „Notlösungen“. Die Problematik werde so zugedeckt, sagt Renate Bachinger von der Laieninitiative. Anders gesagt: Solange es irgendwie geht, fehlt der Veränderungsdruck in Rom. Die Pfarrer-Initiative hat sich dagegen ausgesprochen, dass Priester immer mehr Pfarren zusätzlich übernehmen (laut Kirchenrecht muss ein Priester die Verantwortung in der Pfarre tragen). Wenn es darum geht, durch Verweigerung von Lösungen, die man nicht akzeptieren kann, andere Lösungen für Probleme zu erzwingen, kann dies eine Form von zivilem Ungehorsam sein.
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Pfarrverbände: Priester oft überfordert
Der Priestermangel macht vor allem den aktiven Priestern zu schaffen: Immer mehr Pfarrer haben fünf oder mehr Pfarren gleichzeitig zu betreuen. Kritik kommt von der Pfarrer-Initiative, denn professionelle Seelsorge sei so nicht mehr möglich.
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Forderungen nach Gottesdienst ohne Pfarrer in Wertach
Nachdem mit der Pastoralen Raumplanung in Sachen Wortgottesdienste noch nichts entschieden ist, machen sich Oberallgäuer Katholiken für sie stark. Sie sehen darin eine Möglichkeit, notfalls auch ohne Pfarrer einen Sonntagsgottesdienst in ihrer Kirche vor Ort zu feiern. Wie ausführlich berichtet, legt die Diözese Augsburg Pfarrgemeinden zusammen, da es in Zukunft immer weniger Priester geben wird.
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Gemeindereferenten bekommen Befugnisse entzogen
Seit 800 Jahren besteht in Wicker eine katholische Pfarrei. Im Pfarrhaus mit Pfarrbüro wohnt aber schon lange kein Pfarrer mehr. Seit dem Auszug von Gemeindereferentin Bettina Pawlik im Sommer vergangenen Jahres steht das Pfarrhaus nun leer. Neun Jahre war die heute 53-Jährige in Wicker nicht nur jederzeit für die Gemeindemitglieder rund um die Uhr erreichbar, sondern wie ihre Vorgängerin Anne Schmitt war Bettina Pawlik Bezugsperson für die allgemeine Seelsorge. Genau das aber ist nicht mehr erwünscht.
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Informationen zur Gemeindefusion St. Gallus – St. Josef – St. Katharina – Maria Himmelfahrt
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