Donnerstag, 16. Januar 2014

Huonder-Hirtenbrief: Befremdend und verletzend

Beim Lesen des Hirtenbriefes  „Gender – die tiefe Unwahrheit einer Theorie“ von Bischof Huonder entfaltet sich in mir ein heiliger Zorn. Von Pierre Stutz*

Der Bischof geht von einer einheitlichen Gendertheorie aus, die es gar nicht gibt. Befremdend und oft verletzend ist seine  Sprache, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften nur als Bedrohung sieht. Er will einfach nicht einsehen, dass auch diese Paare in Treue und Verantwortung liebend unterwegs sind, zum Wohle der Gemeinschaft. 
Dabei blendet er aus, dass viele engagierte Katholikinnen und Katholiken für eine Gleichberechtigung einer homosexuellen Liebe kämpfen, wie zum Beispiel der Kath. Frauenbund Schweiz, die Pfarrei Initiativen, das Memorandum Kirche 2011 von 311 kath. Professorinnen und Professoren. Ich musste selber durch einen grossen Leidensweg lernen, dass ein Mensch erst glücklich werden kann, wenn er ja sagt zu seiner sexuellen Orientierung, die er wirklich nicht gewählt hat. Inneren Frieden fand ich erst,  als ich beim Beten und Meditieren des Psalmes 139 mit Leib-Geist-Seele erfahren habe, dass Gott als Urgrund aller Liebe mich so wunderbar mit meiner homosexuellen Begabung geschaffen hat und es so gut ist.
Zehn Jahre bin ich nun mit meinem Lebensgefährten zusammen  - Gottes Liebe kennt viele Melodien und sie  ereignet sich auch  in der Liebe einer Frau zu einer Frau und eines Mannes zu einem Manne. So lange die Suizidrate von jungen schwulen und lesbischen Menschen erschreckend hoch ist, braucht es den solidarischen Kampf christlicher Menschen für die Rechte von gleichgeschlechtlichen Beziehungen. So lange eine Männerhierarchie Frauen vom Priesteramt ausschliesst, braucht es kämpferisch-gelassene Menschen, die sich für eine offene katholische Kirche einsetzen, weil Gott Frau und Mann als sein Abbild schuf.

Quelle: www.aufbruch.ch


Segnung statt Kommunion für Homosexuelle
Der erzkonservative Schweizer Bischof Vitus Huonder will Homosexuelle vom Empfang der Kommunion ausschließen. Sie sollen mit verschränkten Armen signalisieren, dass sie in einer "irregulären Situation" leben.
Salzburger Nachrichten >>

Bistum Chur will Homosexuelle und Geschiedene segnen
Wer in einer «irregulären Situation» lebt, erhält die Kommunion nicht. Geht es nach dem Churer Bischof Huonder, sollen diese Gläubigen stattdessen gesegnet werden. Doch nicht nur in diesem Bereich sieht er Handlungsbedarf.
Tagesanzeiger >>

Appell gegen Bischof Huonders Segnungsvorschlag
Zürich, 9.1.14 (Kipa) «Das Ansinnen von Bischof Huonder, Homosexuellen und wiederverheiratet Geschiedenen anstelle der Kommunion durch eine demütigende Geste Segen zuteil werden lassen, beschämt und empört uns», heisst es in einem Appell von bisher 300 Frauen und Männern, der am Donnerstag der Schweizer Bischofskonferenz zugestellt worden ist. – Der Aufruf könne noch bis zum 16. Januar unterzeichnet werden, schreiben die Initianten.
Kipa >>

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen