Montag, 14. Januar 2013

KA-"Zukunftsforum" schiebt Reformen nur hinaus

Mag. Gerda Schaffelhofer hatte bei ihrem Amtsantritt als KAÖ-Präsidentin die Pfarrerinitiative scharf kritisiert und ihr unterstellt, wie ein Wolf im Schafspelz bezüglich der Laien zu agieren (bzw. die Laien mit "alten Verhaltensmuster im neuen Gewand" zu vereinnahmen). Zugleich hatte sie einen "Dialog auf Augenhöhe" mit der Bischofskonferenz für Jänner angekündigt. Das Ergebnis wurde nun präsentiert: ein weiteres Zukunfts-Papier mit einem "Zukunftsforum für 2014", das im Detail erst erarbeitet werden muss und allgemeine Themen beinhaltet, die auch der Vatikan propagiert:
1. Religion ist nicht Privatsache
2. Ehe und Familie
3. Neuevangelisierung
4. Partizipation der Laien

Von "gleicher Augenhöhe" ist da wenig zu merken. In der Berichterstattung werden z.B. alle teilnehmenden Bischöfe namentlich erwähnt, von der "offiziellen" Laienorganisation KA aber nur Schaffelhofer. Wer alles zum KAÖ-Präsidium gehört ist auf der KA-Homepage nicht klar zu erkennen.

Unverständlich bleibt für mich, warum die KAÖ nicht jene Forderungen aufgreift, die vor fast drei Jahren im März 2010 beim PGR-Kongress in Mariazell gefasst wurden. Davon ist noch nichts umgesetzt, weder was die Beteiligung der Pfarrgemeinderäte in der Leitung der Pfarren angeht noch bezüglich des Umgangs mit Wiederverheirateten-Geschiedenen. Im Gegenteil: der Vatikan hat den status quo bekräftigt.

Ich habe den Eindruck, dass mit dem "Zukunftsforum" wieder einmal nur auf Zeitschinden gespielt wird, was die Umsetzung notwendiger Reformen anlangt. Wesentliches ist nicht zu erwarten. Wahrscheinlich wird wieder an die Geduld appelliert... aber die ist bei den meisten nicht mehr vorhanden!

Bischöfe und Katholische Aktion planen für 2014 "Zukunftsforum"
Die österreichischen Bischöfe und die Katholische Aktion (KAÖ) planen für das kommende Jahr ein gemeinsam veranstaltetes "Zukunftsforum der Kirche in Österreich". Anlass ist der 2014 anstehende 40. Jahrestag des Synodalen Vorganges, mit dem die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) auf Österreich-Ebene konkretisiert wurden. Dem Auftrag des Evangeliums entsprechend soll damit "die heilende und befreiende Kraft des Christentums für die Gegenwart aufgezeigt und wiederbelebt werden", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittwoch. Man wolle "im Konsens ein Signal für einen Aufbruch in der Kirche setzen". Zentrale Themen werden der Einsatz für die "Würde des Menschen", der Umgang mit Ehe, Familie und Beziehung sowie die Partizipation der Laienchristen in der Kirche sein.

Die Ankündigung des Zukunftsforums erfolgte im Anschluss an eine erste offizielle Zusammenkunft zwischen Vertretern der Bischofskonferenz und dem neuen Präsidium der Katholischen Aktion Österreich. Seitens der Bischofskonferenz nahmen daran teil deren Vorsitzender, Kardinal Christoph Schönborn, sein Stellvertreter Bischof Egon Kapellari, der für das Laienapostolat zuständige Kärntner Bischof Alois Schwarz sowie die Bischöfe Klaus Küng, Ludwig Schwarz, Manfred Scheuer, Franz Scharl und Diözesanadministrator Benno Elbs. Die KAÖ war durch das neugewählte Präsidium vertreten, an der Spitze mit deren Präsidentin Gerda Schaffelhofer sowie dem Geistlichen Assistenten Prof. Matthias Beck.

Schaffelhofer hatte nach ihrem Amtsantritt im Oktober 2012 angekündigt, einen "Dialog auf Augenhöhe" sowohl mit den österreichischen Bischöfen als auch mit anderen Gruppierungen und Initiative anzustreben. Gleichzeitig hatte sie sich deutlich gegen eine Vereinnahmung der Laien durch die Pfarrerinitiative verwehrt, die "kein Monopol" auf Reformen habe. Die katholische Kirche stehe vor großen Herausforderungen, die einen Reformprozess erforderten, und die Laien wollten sich darin verstärkt mitgestaltend und mitverantwortlich einbringen, so Schaffelhofer damals.
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Wortlaut der gemeinsamen Erklärung der Bischöfe und der Katholischen Aktion Österreich zum geplanten "Zukunftsforum der Kirche in Österreich"
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Zukunftsforum: Bischöfe eröffnen Dialog mit Laien
Die österreichischen Bischöfe und die „offizielle“ Laienbewegung, die Katholische Aktion, haben sich auf ein Dialogforum 2014 geeinigt. Gesprochen wird über die Rolle der Kirche in der Welt – und jene der Laien.
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1 Kommentar:

  1. Dieser sogenannte "Dialog" kann nichts werden, wenn das Gespräch n u r mit der KA geführt wird. An einem solchen Gespräch müssen alle, denen die Zukunft der Kirche wichtig ist - also auch kritische Gruppierungen teilnehmen dürfen.
    Die Wichtigmacherei der KA und ihrer Präsdidentin verheißt da aber nichts Gutes. Wahrscheinlich wieder nur Bla-Bla-Bla, stoßweise Papiere, die irgendwelche unwichtigen Ergebnisse dokumentieren, .... Im Endeffekt aber bleibt alles wie gehabt.

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