Dienstag, 22. Januar 2013

Irischem Ordensmann wird Exkommunikation angedroht


Priesterinnen: Vatikan will Widerruf von irischem Ordensmann
Glaubenskongregation ermahnt Redemptorist P. Flannery, jede Verbindung zu der von ihm gegründeten romkritischen Initiative "Vereinigung katholischer Priester" zu lösen

Dublin, 21.01.2013 (KAP) Der suspendierte irische Priester und Publizist P. Tony Flannery ist nach eigenen Angaben vom Vatikan zum Widerruf seiner Aussagen über eine mögliche Zulassung von Frauen zum Priesteramt aufgefordert worden. Die römische Glaubenskongregation habe ihm die Exkommunikation für den Fall angedroht, dass er bei seinen Ansichten bleibe, sagte Flannery laut der Tageszeitung "Irish Times" (Montag), wie die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA am Montag berichtet.
Kathpress >>


Irischem Priester Exkommunikation angedroht
Der Sprecher und Gründer der Association of Catholic Priests (ACP) in Irland, Tony Flannery, hat am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Dublin erklärt, dass er seitens der katholischen Kirche mit Exkommunikation bedroht worden sei, weil er das Frauenpriestertum vorgeschlagen habe. Helmut Schüller, der Sprecher der österreichischen Pfarrer-Initiative, nahm an der Pressekonferenz in Dublin teil. Gegenüber der APA erklärte sich Schüller mit Flannery solidarisch und meinte: „Wir halten das für ein skandalöses Vorgehen“. Die Legitimität solcher Entscheidungen sei infrage zu stellen.
Religion.ORF.at >>



REDEMPTORIST ERSCHRECKENDEN MASSNAHMEN UNTERWORFEN,
„WELCHE AN DIE INQUISITION ERINNERN“

Dem Redemptoristen P. Tony Flannery wird seitens der Katholischen Kirche die Exkommunikation angedroht, weil er davon ausgeht, dass Frauen in Zukunft Priesterinnen werden könnten, und weil er zu diesen und anderen Themen offene Diskussionsbereitschaft fordert. P. Flannery (66), der 1964 mit 17 Jahren in den Redemptoristen-Orden eintrat und 10 Jahre später zum Priester geweiht wurde, wurde mitgeteilt, dass er auch versprechen müsse, an keinen Treffen der Association of Catholic Priests (ACP; Anm.: Irische Vereinigung Katholischer Priester) mehr teilzunehmen, bis er sich öffentlich den vorgelegten Bedingungen unterworfen hätte, falls er weiterhin zur Kirche und seiner Kongregation gehören wolle.
P. Flannery war (bereits) für den größten Teil des vergangenen Jahres die Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt; dieses Verbot wird solange andauern, bis er den Forderungen der Glaubenskongregation entspricht.
Ich wurde angewiesen, weder an die Medienöffentlichkeit zu treten noch in Büchern oder Artikeln zu publizieren“, sagte er heute [Anm.: 20.1.2013] während einer Pressekonferenz in Dublin. „Mir wurde ebenso jede öffentliche wie private Beteiligung an der ACP untersagt. Seitens des Generaloberen der Redemptoristen Michael Brehl war ich mit dem formellen Gehorsamsgebot belegt worden, nicht an der Generalversammlung der ACP im vergangenen November teilzunehmen. Er machte aber deutlich, dass er seitens der Glaubenskongregation angewiesen worden war, diese Maßnahme zu setzen.“

P. Flannery wird nur in den priesterlichen Dienst zurückkehren dürfen, wenn er einen (zuvor von der Glaubenskongregation genehmigten) Artikel schreibt, unterzeichnet und veröffentlicht, in welchem er akzeptiert, dass die Katholische Kirche niemals Frauen zum Priestertum weihen kann, und allen kirchenamtlichen Positionen zur Empfängnisverhütung, Homosexualität und Verweigerung der Sakramente für Personen in zweiter Partnerschaft zustimmt.
Ich könnte unmöglich meinen Namen unter einen solchen Artikel setzen, ohne meine eigene Integrität und mein Gewissen zu verraten“, sagte er heute. „Die Glaubenskongregation verlangt all das, während sie sich weigert, mit mir zu kommunizieren. Ich hatte keinen direkten Kontakt mit ihr. Mir wurde nie die Möglichkeit eingeräumt, meinen Anklägern zu begegnen oder zu verstehen, weshalb diese Aktion gegen mich gesetzt wird, obwohl ich seit Jahrzehnten durchgehend dieselben Positionen vertreten habe.“
Das Dokument, das P. Flannery offenbar von der Glaubenskongregation erhalten hat, trägt die Form einer getippten A4-Seite ohne Briefkopf und ohne Unterschrift.
Der einzige Anhaltspunkt, um sicher zu sein, dass dieses Dokument von der Glaubenskongregation kam, ist, dass Michael Brehl, Oberhaupt der Redemptoristen, mir dies gesagt hat“, sagte er. „Alle Ersuchen um direkte Kommunikation mit der Glaubenskongregation sind ignoriert worden.“
P. Flannery beschrieb die Maßnahmen gegen ihn als „erschreckend, unverhältnismäßig und an die Inquisition erinnernd“.
Ich habe der Kirche, den Redemptoristen und dem Volk Gottes zwei Drittel meines Lebens gedient“, führte er aus. „Während all dieser Zeit habe ich eher in Büchern und Aufsätzen, welche hauptsächlich von praktizierenden Katholiken gelesen werden, als in Mainstream-Medien guten Gewissens Fragen aufgeworfen, welche ich für die Zukunft der Kirche für wichtig hielt. Ich bin innerhalb der Kirche kaum eine bedeutende subversive Persönlichkeit, welche die Exkommunikation und den Ausschluss aus jener Religionsgemeinschaft verdient, in welcher ich seit meiner Jugend gelebt habe.“
Die Wahl, vor die er gestellt wurde, wäre die Entscheidung zwischen Rom und seinem Gewissen, stellte er heute, Sonntag, 20. Jänner, bei einer Pressekonferenz fest.
Ich muss auch fragen, ob die Androhungen nicht ein Mittel sind, nicht nur mich zur Unterwerfung zu zwingen, sondern auch allen anderen Priestern, welche Ansichten vertreten, welche von jenen der Römischen Kurie divergieren, etwas mitzuteilen, fügte er hinzu. Mich diesen Druckmitteln zu unterwerfen, wäre ein Verrat an meinem Amt, an meinen priesterlichen Gefährten und an jenen katholischen Menschen, welche eine Veränderung wollen.
P. Flannery sagte, dass er der Ansicht sei, dass er unfairer Behandlung unterzogen wird, und dass er deshalb kanonische und zivile Rechtsberatung in Anspruch nimmt, die ihm helfen soll, seine Rechte als Kirchenmitglied und als irischer Staatsbürger zu verteidigen.

Weiterführende Informationen: Aileen Gaskin +353(0)87 7724717
Roh-Übersetzung: Dr. Markus Schlagnitweit


Fr Tony Flannery 'threatened with excommunication'
A Catholic priest has claimed he has been threatened with excommunication from the church because of his views on matters such as women's ordination.
BBC-News >>

Vigil to support Fr Tony to be held at Papal Nunciature
'We are Church Ireland’ expresses its unconditional support for Fr. Tony Flannery in his assertion of his right of conscience not to be forced by an abuse of his vow of obedience to submit to the secretive demands of the Congregation for the Doctrine of the Faith.
Association of Catholic Priests (ACP) >>

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