Montag, 4. Februar 2013

Katholische Bischöfe erteilen Predigtverbot für Helmut Schüller


Aktuell (22.2.)
Der Kirchenrebell Helmut Schüller kommt am 25.2. nach Nürnberg
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Katholische Bischöfe erteilen Predigtverbot
Kritische Stimmen unerwünscht: Zwei katholische Bischöfe verbieten Auftritte der beiden Kirchenkritiker Helmut Schüller und Sabine Demel in der Nürnberger Frauenkirche. Vor allem Schüller eckt mit seinen Forderungen an, auch Frauen und Verheiratete zum Priesteramt zuzulassen. Die Verwunderung über die heftige Reaktion ist groß.

Die Fastenpredigten haben eine gute Tradition in der Katholischen Stadtkirche Nürnberg, seit vielen Jahren schon. "Kirche - Konzil - Konsequenzen" waren sie in diesem Jahr überschrieben, 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Waren überschrieben, denn sie werden nicht gehalten. Abgesagt "auf Veranlassung der Bistumsleitungen in Bamberg und Eichstätt", wie es in einer knappen Mitteilung der Stadtkirche vom Freitag heißt.

Der Mann, den Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick nicht in der Nürnberger Frauenkirche predigen lassen wollen, ist der österreichische Pfarrer Helmut Schüller, der mit seinem "Aufruf zum Ungehorsam" bekannt wurde, in dem er unter anderem fordert, auch Frauen und Verheiratete zum Priesteramt zuzulassen. Er hätte am 24. Februar zum Thema "Wir sind Gottes Volk! Haben Kirchen-Bürger-Rechte?" sprechen sollen. Schüller ist Pfarrer im niederösterreichischen Probstdorf und ehemaliger Generalvikar von Wien.

Ein Priester zwar, aber einer, der Reformen fordert. Wer öffentlich zum Ungehorsam aufrufe, "kann dafür nicht eine gottesdienstliche Versammlung als Podium nutzen", lautet die Erklärung der Ordinariate, die gemeinsam für Nürnberg zuständig sind, weil die Bistumsgrenze mitten durch die Stadt verläuft. Ein Wortgottesdienst, und in einen solchen seien die Fastenpredigten eingebettet, diene der Feier des Glaubens der Kirche.

"Die Predigt dient dabei der Auslegung des Wortes Gottes im Auftrag der Kirche", heißt es. Persönliche theologische Ansichten oder kirchenpolitische Forderungen könnten allenfalls bei einer Diskussionsveranstaltung geäußert werden. Kurzum, Stadtdekan Hubertus Förster wurde aufgefordert, die Fastenpredigten abzusagen. Neben Schüller hätte auch die Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel auftreten sollen unter dem Titel "Unser Pfarrer ist eine Frau! Mehr als nur ein Traum?". Nun wird keine der vier geplanten Veranstaltungen stattfinden.
Bei der Stadtkirche habe man nicht mit einer solch heftigen Reaktion der Bistumsleitungen gerechnet, sagte Sprecherin Elke Pilkenroth. Viele Pfarrer und Ehrenamtliche hätten die Absage der Predigtreihe bedauert, die großes Interesse geweckt habe. Es gebe eine große Enttäuschung und Verwunderung. "Wir stecken mitten im Dialogprozess", sagte Pilkenroth, "und dazu gehört auch der Dialog mit Leuten, die kritische Stimmen haben."
Süddeutsche Zeitung >>

Kritik unerwünscht: Bischöfe stoppen Fastenpredigtreihe
Stadtkirche Nürnberg sagt alle geplanten Veranstaltungen ab
Seit Jahren bieten Nürnberger Katholiken mit ihren "Fastenpredigten" auch Kirchenkritikern ein Podium. In diesem Jahr aber bleibt die Frauenkirche leer. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke und Ludwig Schick haben die kirchenkritische Predigtreihe überraschend gestoppt.
Nordbayern.de >>

„Fastenpredigtreihe“ wegen Schüller abgesagt
Die kirchenkritische „Fastenpredigtreihe“ in Nürnberg wurde auf Druck zweier Bischöfe gestoppt. Grund soll unter anderem der geplante Auftritt von Pfarrer-Initiative-Obmann Helmut Schüller sein.
Ein Sprecher des Bistums Eichstätt bestätigte, dass die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt) und Ludwig Schick (Bamberg) die Stadtkirche aufgefordert hätten, die Reihe in ihrer jetzigen Form abzusagen. Beide Oberhirten sähen in dem Begriff „Fastenpredigt“ einen Etikettenschwindel: „Ein Wortgottesdienst mit Predigt muss mit Aussagen zu Gottes Wort erfüllt sein.“ Für „politische Darstellungen von persönlichen Meinungen“ seien solche Gottesdienste ungeeignet.
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Katholische Stadtkirche Nürnberg
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Aktuell:

Zur Absage der Nürnberger Fastenpredigten
Die Absage der Nürnberger Fastenpredigten hat für viel Wirbel gesorgt. Viele Gläubige reagieren mit Unverständnis. Der Bamberger Generalvikar Georg Kestel beantwortet die im Raum stehenden Fragen.
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2 Kommentare:

Schillebeeckx hat gesagt…

Wenn hier etwas ein Etikettenschwindel ist, dann die Art und Weise, wie bestimmte Bischöfe ihr Amt ausführen: Um sich schlagend mit abstrusen Argumenten, theologisch unterirdisch argumentierend, und alles Mögliche sein, nur nicht Hirten im Sinne des Zweiten Vatikanums!

Sabine Demel und Helmut Schüller so zu behandeln ist moralisch das Letzte, einfach jenseits jeglicher moralisch vertretbaren Leitungskompetenz!

Es sieht ganz so aus, als ob sich alles in absehbarer Zeit zuspitzen und möglicherweise zu schweren offenen innerkirchlichen Auseinandersetzungen führen wird. Unsere Kirche hat ganze zwei Möglichkeiten: Umsetzung des Konzils, Reform- und Erneuerungsprozess, oder der unvermeidbare Abgang in eine mindestens 200 Jahre zurück gebliebene (Carlo Martini schau oba!) Großsekte ((C) Heribert Kohlmaier).

Im Namen des Konzils,

Schillebeeckx

Maria hat gesagt…

Auch ich habe einen Traum: eine Kirche ohne Ämter, die sicher nicht im Sinne Jesu Christi waren. Wieso fällt mir da als erstes Beispiel jetzt bloß - der Lehrstuhl für Kirchenrecht ein? Und wäre Frau Demel damit einverstanden, bei dieser "unbiblischen", "rückwärtsgewandten" ... Einrichtung mit dem "Aufräumen" zu beginnen?