Donnerstag, 14. Februar 2013

An die Herren Bischöfe Schick und Hanke

Lothar Müller, Theologe, Tirol
geg. zu Polling/Tirol am 5. Sonntag im Jahreskreis

An die Herren Bischöfe
Dr. Ludwig Schick, Bamberg
und Dr. Gregor Maria Hanke OSB, Eichstätt

Jeweilige Exzellenz, sehr geehrte Brüder im Bischofsamt!

Ihr habt also Eure sicher sehr bewährten „Fastenpredigten“ in Nürnberg wegen der Einladung von Pfarrer Helmut Schüller („Pfarrerinitiative“) abgesagt.
Das mag, Brüder, derzeit noch Euer kirchenrechtlich „gutes Recht“ sein. Und es ist auch keineswegs „mein gutes Recht“, mich als Angehöriger einer anderen, noch dazu „ausländischen“ Diözese, einzumischen. Es ist also so – und dass ihr, Brüder im Bischofsamt, Eure Rechnung ohne Eure LaiInnen gemacht habt – das freut mich schon. Das bekenne ich!
Spätestens jetzt wisst Ihr: auch wir „Schafe“ verfügen über eine gewisse Intelligenz und Voraussicht. Und das Wissen, dass die Hierarchien eigentlich von der Basis leben. Ob über Steuergelder oder Kirchenbeiträge.

Aber darum geht`s mir gar nicht! Was mich als Theologen wahnsinnig stört, ist die auch bei uns veröffentlichte Erklärung, wonach „ein Wortgottesdienst mit Aussagen zu Gottes Wort erfüllt sein (muss)“.

Brüder (Erz)- Bischöfe – das geht nicht! Gottes Wort ist ewig gültig und niemand, auch nicht ein Erzbischof hat das Recht, dazu „Aussagen“ zu treffen! Wir können und müssen „Gottes Wort“ verbreiten, aktualisieren, Beispiele anführen. Aber „Aussagen dazu“ - wie hier gefordert wird – das ist unerträglich! Gott (!!!) sendet uns Botschaften – und wir (!!!) treffen „Aussagen“ dazu?
Denkt einmal darüber nach!

Dass Ihr über Eure Generalvikare und Sprecher feststellen lässt, dass „solche Wortgottesdienste“ für „politische Darstellungen von persönlichen Meinungen“ ungeeignet seien, ist ob der oben dargestellten Anmaßung nahezu unbedeutend! Unfair zwar – aber unbedeutend!

Ich bin „nur ein Laientheologe“ – aber ich darf Euch, Brüder, schon empfehlen, mit Helmut Schüller ein persönliches Gespräch zu führen. Es wird auch Euch, Exzellenzen, sicher gut tun!

Im Wissen, dass Ihr, Brüder im (Erz -) Bischofsamt die o.a. missverständliche Feststellung zu den „Aussagen“ zurücknehmen werdet grüßt herzlich aus Tirol

Lothar Müller 

Zum Thema:

Kirchenkritiker Schüller kommt zu 'Fortbildung'
Der kirchenkritische Pfarrer Helmut Schüller, Sprecher der österreichischen Pfarrerinitiative, wird nun doch nach Nürnberg kommen. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, soll Schüller am 24. Februar in der zum Bistum Eichstätt gehörenden Pfarrei 'Menschwerdung Christi' im Nürnberger Stadtteil Langwasser auftreten. Offenbar soll die Veranstaltung als 'Fortbildung' deklariert werden. Das bestätigte am Freitag auch der Vorsitzende des städtischen Katholikenrats, Günter Heß. Eine zuvor in der Nürnberger Frauenkirche geplante Fastenpredigt-Reihe, bei der neben Schüller auch die Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel auftreten sollten, war von den katholischen Bischöfen in Bamberg und Eichstätt, Ludwig Schick und Gregor Hanke, verboten worden. Der Vorgang hatte heftigen Protest hervorgerufen. Die Sprecher der Priesterinitiative Deutschland schrieben einen Brandbrief an die Oberhirten. Und in den Nürnberger Zeitungen gab es spaltenweise Leserbriefe, in denen das Verbot der Bischöfe massiv kritisiert und als Zensur gebrandmarkt wurde.
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Stellungnahme zur Veranstaltungsreihe der Pfarrei Menschwerdung Christi 
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