Montag, 9. April 2012

Kirchliche Impressionen. Und politische.


Gestern schaute Kardinal Christoph Schönborn wieder ganz anders drein! Irgendwie offiziell.

Ganz anders als in und nach der „ORF – Pressestunde“. Dort hat er es den „untoten Neoliberalen“ und korruptionsanfälligen PolitikerInnen und deren AnfüttererInnen so richtig hineingesagt. „Scherbenhaufen einer falschen Orientierung“ , „kein Genierer“ usw. Der Katholik konnte so richtig stolz auf seine und natürlich ihre Kirche sein. Denn hier fehlt es ja keineswegs an Glaubwürdigkeit: von den SternsingerInnen, die die staatliche „Entwicklungshilfe“ so ausschauen lassen, wie sie ist: arm. Ärmstens. Zum Genieren. Und zu „Kein Genierer“: Die „Geldsüchtigen“ – hätten sie eine „normale Sucht“ – kein Mensch würde sie anstellen – sie haben wirklich keinen Genierer. Sie nehmen das Geld der SteuerzahlerInnen, verspekulieren es, machen fette Beute mit nicht zustehenden Boni, lachen über „die blöde Masse“. Von der sie leben. Noch. Denn die zunehmende Zahl der Armen hat nichts zu verlieren. Es ist nur zu hoffen, daß sie politisch einen anderen Weg als schon einmal findet! Die Kirche könnte hier eine sehr glaubwürdige, die glaubwürdigste (!) Orientierung leisten. Wir brauchen dazu keine neuen „Ethikräte“, Kodizes oder „politische“ Zehn Gebote.

Wir – die Kirche – müssen nur ganz österlich zum „Exodus“ aus diesem Sumpf der Korruption aufrufen. Wir wollen das und diese Leute nicht. Davon später mehr.

Kirche zu bequem?
Kurz später wird unser Kardinal irgendwie „offiziell“. Nach der Papstmesse für die Priester, nach der Erwähnung der Orientierung am „Ungehorsam“. An den Forderungen der „Pfarrerinitiative“. Jetzt werde es Zeit, sagte der Kardinal. So sei es – aber würde es nicht auch Zeit, um die „ewigen“ Arbeitskreise, Besprechungsabsichten usw. der „Pfarrerinitiative“ und des „Kirchenvolksbegehrens“ endlich ergebnisorientiert zu Ende zu bringen? Wir – StaatsbürgerInnen und „Schafe“ – leben in einer Zeit des „Amtsverfahrensgesetzes“. Ein halbes Jahr – das wird der Verwaltung für die Antwort auf ein Bürgerbegehren zugebilligt.

Die Kirche hätte einige Missbrauchsfälle viel glaubwürdiger bearbeiten können, wenn sie sich an eine solche Vorgabe gehalten hätte. Aber dazu ist sie offensichtlich zu bequem – man erzähle hier nichts von „Ewigkeit“, tieferer Reflexion usw. Zu bequem!

Umdenken gefragt! Keine Kommunion für Wiederverheiratete .Aber schon für Korrupte?
Einige „Hochoffizielle“ unserer Kirche verbeißen sich am Wort „Ungehorsam“. Früher war die „Sexualmoral“ ein ähnlicher Verbissschwerpunkt. Jetzt wird der Schwerpunkt eher auf die „Familie“ gelegt. Aber – natürlich ist es richtig, hier Schwerpunkte zu setzen – aber: wie ist es mit den AkteurInnen in der Korruption? Im Sumpf, der die Armut im Lande, die Schlechterstellung der Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen massiv befördert?

Da habe ich neben allgemeinen Aussagen wie „Kein Genierer“ noch nicht allzuviel gehört. Der wiederverheirateten Geschiedenen kann die Kommunion verweigert werden. Dem Schädiger einer Gemeinde nicht? Der hohnlachende Boni – Bezieher einer Bank, die mittlerweile – zu groß um zu fallen – von den Scherflein der kleinen Witwe auch erhalten werden muss – da spielt das keine Rolle? Herr Kardinal, da müssen wir in die Tiefe gehen! Und nicht bei den längst diskutierten und erledigungsreifen Forderungen von „Wir sind Kirche“ und der „Pfarrerinitiative“. Das ist Ihre und damit unserer Kirche Chance – und die werden wir nicht verspielen!

Mit herzlichen Grüßen in der Osternacht und ebensolchen an engagierte „Schafe“ wie Herrn Magister Edi Posch grüßt Lothar Müller (Theologe)

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